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Vertrauen in digitale Systeme

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Hinter unserer Vision einer nationalen Gesundheitsplattform steht ein übergeordneter Wert: Vertrauen. Datenmissbrauch, intransparente Algorithmen, die Zunahme von Cyberangriffen, Desinformation und die ungeklärte Frage, wie digitale Welten reguliert und kontrolliert werden sollten, lassen eine tiefgreifende Vertrauenskrise entstehen, die das Fundament unserer Gesellschaft in vielen Lebensbereichen erschüttert. Das Vertrauen in digitale Ökosysteme spielt jedoch eine entscheidende Rolle für deren erfolgreiche Gestaltung und langfristige Existenz. Das gilt auch und insbesondere für das Gesundheitswesen.

Vertrauen ist die Grundlage, auf der sämtliche Interaktionen und Transaktionen innerhalb eines digitalen Ökosystems basieren. Menschen müssen darauf vertrauen können, dass ihre persönlichen Daten sicher sind, dass Informationen verlässlich sind und dass ihre Interessen respektiert werden. Aber wie kann dieses Vertrauen entstehen? Die Antwort lässt sich aus den Risiken ableiten, denen Nutzerinnen und Nutzer digitaler Plattformen ausgesetzt sind: Neben dem Risiko eines Datenmissbrauchs durch Plattformbetreiber drohen Hackerangriffe auf personenbezogene Daten, Diskriminierung und Manipulation durch intransparente algorithmische Systeme oder unfaire Geschäftspraktiken. Entsprechend ergibt sich ein Kanon vertrauensbildender Faktoren, die für den Aufbau einer nationalen Gesundheitsplattform zu berücksichtigen sind:

  • Die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und rechtlichen Standards ist ein nicht verhandelbarer Aspekt. Der Schutz der Privatsphäre und die Einhaltung geltender Gesetze sind unabdingbar, um das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen und zu bewahren.
  • Digitale Plattformen müssen robuste Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um vor Bedrohungen wie Cyberangriffen und Datenlecks bestmöglich geschützt zu sein. Zudem sollten Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Sicherheitseinstellungen anzupassen.
  • Informationen und Dienste sollten hohen Ansprüchen an Qualität und Verlässlichkeit gerecht werden. Dazu gehört auch die Einbindung von Patientenorganisationen sowie Expertinnen und Experten in die Entwicklung und Überwachung der Plattform (vgl. InfoQ: Qualität sichtbar machen).
  • Fairness gegenüber allen Nutzerinnen und Nutzern liefert die Basis für jede einzelne Interaktion. Plattformbetreiber müssen sicherstellen, dass ihre digitalen Systeme fair, gerecht und diskriminierungsfrei sind, um Vertrauen zu gewinnen und langfristig zu erhalten.
  • Transparenz ist ein weiterer zentraler Faktor: Nutzerinnen und Nutzer müssen nachvollziehen können, wie ihre Daten gesammelt, verarbeitet und genutzt werden. Das gilt auch für den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen.
  • Neben technischen und rechtlichen Aspekten spielt die Kommunikation eine zentrale Rolle. Durch Aufklärung über Datenschutz und Sicherheit können Menschen besser verstehen, welche Risiken und Chancen die Nutzung digitaler Plattformen mit sich bringt, und sie sind eher bereit, Vertrauen in diese Systeme zu setzen.
  • Die Partizipation von Nutzerinnen und Nutzern im Entwicklungsprozess kann ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten, das Vertrauen in eine nationale Gesundheitsplattform zu stärken. Werden verschiedene Zielgruppen und Perspektiven in den Entwicklungsprozess einbezogen, fördert dies zudem die Diversität und Inklusion im digitalen Ökosystem.

In Zeiten von Desinformation und Verschwörungsmythen brauchen wir digitale Vertrauensräume, in denen wir verlässliche Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen erhalten, und wo Datensouveränität respektiert sowie Transparenz gelebt wird. Vertrauen in digitale Systeme entsteht erst im Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Schlüsselfaktoren, die eine nationale Gesundheitsplattform maßgeblich prägen sollten. Alle beteiligten Akteure des Ökosystems müssten gemeinsam daran arbeiten, diese Grundlagen zu stärken und die Plattform so zu einem „vertrauenswürdigen Ort“ zu machen.

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