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Nutzerfreundliche Gesundheitssysteme

Transkript

Intro:

Eine digitale Gesundheitsplattform bietet so viele Möglichkeiten, den Menschen tatsächlich Gesundheit zu bringen.

 

Warum wird die digitale Gesundheitskompetenz immer wichtiger?

Gesundheitskompetenz hat zwei Seiten. Auf der einen Seite sprechen wir über die Gesundheitskompetenz der Öffentlichkeit, der Menschen. Auf der anderen Seite geht es darum, wie die Systeme mit Gesundheitskompetenz umgehen. Wie gestalten wir also Systeme, die “gesundheitskompetenzfreundlich” sind? Und wenn wir über digitale Gesundheitskompetenz sprechen, sind wir gefordert. Weil wir sehen, dass es für die Menschen so viele Barrieren gibt, Informationen in sozialen Medien, auf Websites usw. zu finden. Viele öffentliche Websites sind nicht sehr benutzerfreundlich gestaltet. Und das bedeutet, dass Menschen sich dort verlieren können. Es ist wichtig, dass wir erkennen, dass die Gesundheitssysteme ein Mitspracherecht haben, wie wir Systeme gestalten und wie wir Menschen helfen können, digitale Gesundheitskompetenz zu erlangen.

 

Wie kann die Gesundheitskompetenz gefördert werden?

Gesundheitssysteme spielen eine wichtige Rolle dabei, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu steigern. Leadership, Trägerschaft, Management-Buy-In sind wichtige Voraussetzungen, um Gesundheitskompetenz als strategischen Ansatz in Organisationen zu implementieren. Gesundheitssysteme sind auch im Hinblick auf das Setzen von Richtlinien und Standards relevant, für die Nutzung von Daten zum Beispiel. So ist es wichtig, einen guten Rahmen für Datenschutz und Datensicherheit zu schaffen.

 

Wie können wir eine Zukunft mit Gesundheitskompetenz schaffen?

Ich glaube, dass die Zukunft in der Gesundheitskompetenz liegt. Ich glaube, dass wir alle Verantwortung tragen, Gesundheitssysteme zu gestalten, die den Menschen förderlich sind und sie stärken, sich um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu kümmern. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, egal ob du im Gesundheitswesen oder außerhalb des Gesundheitssektors arbeitest. Das bedeutet für das Personal im Gesundheitswesen, aber auch für diejenigen außerhalb, wie Lehrer, Coaches, Entscheidungsträger, politische Entscheidungsträger, Journalisten: Wir alle haben eine Verantwortung und wir können dazu beitragen, dass die Zukunft gesundheitskompetent wird.

Inhalt

Dr. Kristine Sørensen, Präsidenten der „International Health Literacy Association“, setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen eine bessere digitale Gesundheitskompetenz erlangen. Um das zu erreichen, sieht sie unter anderem die Gesundheitssysteme in der Pflicht, nutzerfreundlicher zu werden. In diesem Video benennt die „Health Literacy“-Expertin Rahmenbedingungen für Gesundheitssysteme, die die Menschen dazu befähigen möchten, Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu übernehmen.

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    Resilienz gegen Desinformation aufbauen

    Transkript

    Intro:

    Wir müssen viel kritischer gegenüber dem sein, was wir in den Nachrichten und in den sozialen Medien lesen und hören.

     

    Was ist Gesundheitskompetenz?

    Gesundheitskompetenz ist ein relativ neuer Begriff im Gesundheitsbereich. Er umfasst Wissen, Motivation und die Kompetenzen, Informationen zu finden, verstehen, beurteilen und anzuwenden, um Entscheidungen im Alltag zu treffen. Wenn wir also krank sind, wenn wir über Risikofaktoren sprechen wie Tabak oder Rauchen, wenn wir versuchen, gesund zu bleiben. Es geht aber auch darum, wie man sich im Gesundheitssystem zurechtfindet.

     

    Warum ist Gesundheitskompetenz so wichtig?

    Gesundheitskompetenz ist wichtig, weil es denjenigen, die das Wissen und die Motivation und Kompetenzen haben, auf sich selbst aufzupassen, auch gut geht. Sie führen ein besseres Leben, nehmen Gesundheitssysteme weniger in Anspruch. Und wenn wir Gesundheitskompetenz haben, sind wir auch in der Lage und können uns selbst vertrauen, wenn es darum geht zu unterscheiden, ob eine Information nun wahr ist oder ob es sich um Fake News handelt. Andererseits könnte es für Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz schwierig und zu komplex sein, ihre eigene Gesundheit zu managen und im Gesundheitssystem zu navigieren und sich zurechtzufinden. Und das kann nachteilige Auswirkungen haben. Sie sind häufiger im Krankenhaus, sie nehmen nicht an Screenings teil, möglicherweise wissen sie nicht, wie man sich gut ernährt.

     

    Was sagt die Forschung über Gesundheitskompetenz?

    Wir wissen aus europäischen Umfragen zur Gesundheitskompetenz, dass im Durchschnitt jeder Zweite mit Schwierigkeiten hat Informationen zu finden und zu verstehen und sie zu nutzen, um Maßnahmen zu ergreifen. Das bedeutet, dass es sich nicht nur um einen kleinen Teil der Menschen handelt, die Schwierigkeiten haben. Sondern es handelt sich um eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, die wir angehen müssen.

     

    Warum tun sich so viele Menschen mit Gesundheitsinformationen schwer?

    Während der Pandemie haben wir gesehen, wie schwierig es war, mit Gesundheitsinformationen umzugehen.  Wir müssen viel kritischer mit dem umgehen, was wir in den Nachrichten und in den sozialen Medien lesen und hören. Wir wissen, dass wir auch auf Mythen, Verschwörungen treffen. Und die Menschen müssen in der Lage sein zu verstehen, was Fake News sind. Allerdings sind wir auch stark gefordert, weil manchmal Fake News auch von Menschen kommen, denen wir vertrauen. Und dies ist eine herausfordernde Zeit, in der Gesundheit überall in den Nachrichten und in den sozialen Medien behandelt wird.

     

    Wie können wir dieses Problem angehen?

    Wir können Gesundheitskompetenz und digitale Gesundheitskompetenz in Schulen vermitteln. Wir können von den Journalisten verlangen, eine prominentere Rolle einzunehmen bei der Darstellung von Gesundheitsthemen in den Nachrichten. Wir können Unternehmen, im öffentlichen und privaten Sektor, auffordern, sich mit Gesundheitskompetenz am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen, denn Gesundheitskompetenz ist für uns alle relevant. Und wir müssen sicherstellen, dass wir Zugang haben zu glaubwürdigen Informationen und zeitnahen Informationen sowie relevanten Informationen. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, kann die Einrichtung einer Gesundheitsdatenplattform sein. Eine digitale Gesundheitsplattform bietet so viele Möglichkeiten, den Menschen tatsächlich Gesundheit zu bringen.

    Inhalt

    Wer sich zu Gesundheitsthemen informieren möchte, fühlt sich oft im Dschungel der Informationen verloren. Umfragen zufolge verfügen viele Menschen nicht über die nötige Gesundheitskompetenz, um Fake News von vertrauenswürdigen Informationen zu unterscheiden. Dr. Kristine Sørensen, Präsidenten der „International Health Literacy Association“, erläutert in diesem Film, warum Gesundheitskompetenz wichtig ist und was eine nationale Gesundheitsplattform zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz beitragen kann.

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      Mit den Risiken der Plattformökonomie umgehen

      Transkript

      Intro

      Es zeichnet sich also ab, dass die Risiken im Gesundheitswesen weit größer und vielfältiger sein werden als in anderen, weniger anfälligen Wirtschaftsbereichen wie Social Media und E-Commerce.

      Könnten öffentliche Plattformen eine Lösung sein?

      Ich halte öffentliche Plattformen gerade im Gesundheitswesen für sehr wichtig. Im Gesundheitswesen sind die Daten heute fragmentiert und auf viele unterschiedliche herkömmliche Institutionen verteilt, ähnlich wie im Bankwesen. Schauen wir uns an, was in Indien durch die Schaffung des India Stack geschah: Hier wurde eine öffentliche Infrastruktur geschaffen, die es unterschiedlichen Stakeholdern im gesamten Finanzwesen erlaubt zusammenzuarbeiten.

      Ein ähnlicher Ansatz würde auch im Gesundheitswesen funktionieren, wo die herkömmlichen Institutionen mit neuen Start-ups zusammenarbeiten müssen. Große öffentliche Datennetzwerke könnten einen Mechanismus bieten, um diese Zusammenarbeit zu koordinieren. Deshalb plädiere ich im Gesundheitswesen entschieden für die Schaffung öffentlicher digitaler Infrastrukturen, selbst wenn andere Bereiche ohne sie ausgekommen sind.

      Welche Ziele können durch gesetzliche Regulierung erreicht werden?

      Die möglichen Nachteile der Plattformökonomie können bis zu einem gewissen Grad durch gesetzliche Regulierung vermieden werden. Zurzeit herrschen in der Plattformökonomie Zustände wie im Wilden Westen. Es gibt keine Vorgaben, was mit den gewonnenen Daten geschehen darf. Gesetzgebung spielt dann eine wichtige Rolle, wenn die Konzentration in einem Wirtschaftszweig zu groß wird oder das Individuum zu sehr entmachtet wird.

      Doch genauso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass Gesetze die Innovation nicht ersticken und dass wir einen eigenen Wert als Gegengewicht schaffen und Innovation durch öffentliche Infrastrukturen und Standards fördern, die es den Unternehmen erleichtern, ihre Zusammenarbeit zu koordinieren. Daher ist es wichtig, dass wir hier nicht nur einen regulierungsfördernden Ansatz verfolgen. Wir schaffen ein Gegengewicht zu den Gefahren, indem wir die richtigen Voraussetzungen für Innovation bereitstellen.

      Sollten nationale Gesundheitssysteme mit dem privaten Sektor in Wettbewerb treten?

      Für das Gesundheitsökosystem wäre es kontraproduktiv, wenn nationale Gesundheitssysteme mit Akteuren des privaten Sektors konkurrieren würden. Um Probleme im Gesundheitsökosystem systematisch zu lösen, brauchen wir nationale Gesundheitssysteme, die die richtigen öffentlichen Güter rund um Patientendaten schaffen, aber wir brauchen auch Anreize für privatwirtschaftliche Akteure, gute Diagnosemöglichkeiten zu entwickeln, indem sie diese Daten nutzen.

      Inhalt

      Experte

      Sangeet Paul Choudary ist Autor, Berater und Gründer von Platformation-Labs und setzt sich für individuelle Rechte in der Plattformwirtschaft ein. Sein internationaler Bestseller “Platform Revolution” wurde vom Forbes Magazine zum “Must-Read” erklärt. Er wird unter den besten 10 Strategie-Autoren des Harvard Business Review geführt und wurde von Thinkers50 Radar (2016) und Thinkers50 India (2015) ausgezeichnet. 2017 wurde er für seine Beiträge zur Plattformökonomie 2017 vom Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) zum “Young Global Leader” ernannt.

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        Trailer: Best-of THE

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          Die Kraft der Plattformökonomie im Gesundheitswesen

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          Intro

          Im Gesundheitssystem könnte die Plattformwirtschaft diagnostische Kompetenz bündeln und im Wesentlichen den Behandlungsweg des Patienten und den Zugang von Ärzten zu diesem Behandlungsweg auf Grundlage dieser Daten überwachen.

          Was unterscheidet die Plattformwirtschaft von herkömmlichen Geschäftsmodellen?

           Plattformwirtschaft bezeichnet die Gesamtheit der sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten, die durch digitale Plattformen ermöglicht werden. Digitale Plattformen unterscheiden sich von herkömmlichen Geschäftsmodellen. Herkömmliche Geschäftsmodelle beschreibe ich gern als Pipelines. Hier wird ein Produkt erzeugt, transportiert und dem Endnutzer zur Verfügung gestellt. Digitale Plattformen schaffen eine Infrastruktur, die es externen Akteuren erlaubt, in Kontakt zu treten und miteinander Wert zu schaffen und auszutauschen.

          Dies ist aus folgendem Grund wichtig: In einer herkömmlichen Pipelinewirtschaft waren Ihre Möglichkeiten, Wert zu schöpfen, begrenzt durch Ihren Zugang zu Ressourcen und durch das Arbeitskräftepotential in Ihrem Betrieb. In der Plattformwirtschaft hängt ihre Kapazität für Wertschöpfung nicht von den Ressourcen innerhalb Ihres Unternehmens ab, sondern von Ihrer Fähigkeit, externe Ressourcen für Ihre Ziele einzusetzen. Dadurch profitieren Sie von dem, was als nachfrageseitige Skaleneffekte bezeichnet wird.

          Wie kann das Gesundheitswesen von der Plattformwirtschaft profitieren?

          Kaum ein anderer Bereich ist so prädestiniert, von der Plattformwirtschaft zu profitieren. Um das zu verstehen, müssen wir die Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen betrachten. Es gibt drei Positionen, an denen Plattformen zur Wertschöpfung beitragen können. Für Ärzte können sie die Diagnosemöglichkeiten verbessern. Sie können eine Infrastruktur bieten, die es Ärzten erlaubt, genauer zu diagnostizieren und besser zu operieren. Eine andere Chance für Wertschöpfung ist näher bei den Patienten angesiedelt: Plattformen können als Depot für Patientendaten dienen und sie zusammenführen. Zwischen diesen beiden Polen können Plattformen eine wichtige integrierende Rolle spielen, indem sie die immer zahlreicher werdenden APIs für das Gesundheitssystem im gesamten Ökosystem auffinden und zugänglich machen.

          Welche Gefahren bestehen, wenn Plattformen in den Gesundheitsmarkt eintreten?

          Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Nutzung von Plattformen im Gesundheitssystem zu den gleichen Datenmonopolen führen könnte wie in anderen Sektoren. Der Grund hierfür ist, dass Plattformen Mehrwert erzeugen, indem sie Daten erheben und ein Kontrollmonopol über große Datenmengen errichten. Im Gesundheitswesen ist dies noch bedeutsamer, da hier ein großer Teil der Wertschöpfung durch datengestützte Diagnose und datengestützte Behandlung erzielt wird. Es gibt also vielfältige Anreize für Plattformen, Daten zu erfassen und große Datenmonopole zu schaffen, wenn sie ins Gesundheitswesen eintreten.

          Als Gegengewicht zu diesen Risiken müssen wir einerseits geeignete Richtlinien und Kontrollinstanzen schaffen. Noch wichtiger ist andererseits, dass die Alternativen, z.B. öffentliche Infrastrukturen, so gestaltet werden, dass die Regulierung nicht zum Hindernis für Innovation wird. Um ein Gegengewicht zu digitalen Plattformen zu schaffen, brauchen wir also eine Kombination dieser beiden Herangehensweisen.

          Wer wird zukünftig die Steuerung der Patientenströme übernehmen.

          Wer wird zukünftig die Steuerung der Patientenströme übernehmen?

          Mir erscheint es sehr wahrscheinlich, dass die Patientenströme der Zukunft nicht mehr von den traditionellen Institutionen des Gesundheitswesens kontrolliert werden. Während die Welt sich immer stärker vernetzt, müssen wir feststellen, wie fragmentiert das Gesundheitswesen derzeit ist. Die Patientendaten werden in fragmentierter Form von verschiedenen Institutionen aufbewahrt. Die zunehmende Vernetzung in der Welt führt natürlich dazu, dass auch Patientendaten konzentriert und gemeinsam genutzt werden. Gegenwärtig stehen wir vor der Wahl, ob große, multinationale Unternehmen oder öffentliche digitale Infrastrukturen den Austausch von Daten und ihre gemeinsame Nutzung durch unterschiedliche Systeme ermöglichen.

          Inhalt

          Experte

          Sangeet Paul Choudary ist Autor, Berater und Gründer von Platformation-Labs und setzt sich für individuelle Rechte in der Plattformwirtschaft ein. Sein internationaler Bestseller “Platform Revolution” wurde vom Forbes Magazine zum “Must-Read” erklärt. Er wird unter den besten 10 Strategie-Autoren des Harvard Business Review geführt und wurde von Thinkers50 Radar (2016) und Thinkers50 India (2015) ausgezeichnet. 2017 wurde er für seine Beiträge zur Plattformökonomie 2017 vom Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) zum “Young Global Leader” ernannt.

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            Die Rolle nationaler Gesundheitssysteme in Zeiten der digitalen Transformation​

            Transkript

            Intro

            Die Digitalisierung schafft wesentliche Voraussetzungen für effiziente, leistungsfähige Gesundheitssysteme. Die Aufgabe einer nationalen Gesundheitsplattform ist es, Spielregeln für diesen Prozess festzulegen.

            Kann die Digitalisierung im Gesundheitsbereich nationale Gesundheitssysteme verbessern, und welche Funktion können digitale Ökosysteme dabei übernehmen?

            Die WHO setzt hohe Erwartungen in die Digitalisierung als Katalysator, der dazu beitragen wird, Gesundheitssysteme zu stärken. Viele Gesundheitssysteme stehen vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen ehrgeizige Ziele zu erreichen. Und ohne Werkzeuge wie digitale Plattformen, die die Verteilung dieser begrenzten Mittel optimieren und dafür sorgen, dass Dienstleistungen diejenigen rechtzeitig erreichen, die sie am meisten brauchen, werden Ressourcen verschwendet. Deshalb ist die Digitalisierung ein Schlüssel für die Entwicklung effizienter, leistungsfähiger Gesundheitssysteme.

            Wie sollten nationale Gesundheitssysteme die digitale Transformation gestalten?

            Es kommt entscheidend darauf an, dass die digitale Transformation nicht chaotisch verläuft. Während der vergangenen beiden Jahrzehnte wurden Milliarden Dollar unkoordiniert ausgegeben und erzielten deshalb weder die erhoffte Wirkung noch die gewünschte Reichweite. Nationale Gesundheitssysteme und Regierungen brauchen daher klare Zielvorstellungen für ihre Länder und Modelle oder Pläne dafür, wie die Transformation geschehen soll. Existiert ein solcher Plan, eine Struktur, dann gibt es auch Spielräume für viele Akteure, die dazu beitragen können, die Ziele zu erreichen.

            Wie bedeutsam sind Qualität, Wahrheit und Vertrauen bei der Entwicklung digitaler Gesundheitslandschaften?

            Das sind drei sehr wichtige Worte, Qualität, Wahrheit und Vertrauen. Qualität bedeutet, dass der Inhalt und die grundlegenden Standards dieser Systeme allerhöchsten Kriterien genügen. Dies zu gewährleisten ist Aufgabe von Organisation wie der Weltgesundheitsorganisation. Wahrheit und Vertrauen wurden im Verlauf der letzten zehn Jahre untergraben, weil Fehlinformationen, absichtliche Desinformation, Fake News u.ä. sich verbreitet haben. Deshalb kommt es ganz wesentlich darauf an, dass wir Werkzeuge wie die Digitalisierung der Gesundheitssysteme einsetzen, um den Zugang zu wahrer, vertrauenswürdiger Information zu sichern, von der die Menschen bei Entscheidungen in Gesundheitsfragen ausgehen können.

            Wie können nationale Gesundheitssysteme Datenmonopole und den Verlust der Kontrolle verhindern?

            Die nationalen Gesundheitssysteme und Regierungen tragen in hohem Maß Verantwortung dafür, die Datenhoheit und Privatsphäre der Menschen zu schützen. Die Datenhoheit und die Entscheidungen über die Datennutzung müssen immer in der Hand des Individuums bleiben, von dem die Daten stammen. In großen Systemen ist es jedoch wichtig, dass die Regierungen Regeln vorgeben und die Grenzen abstecken, innerhalb derer der Tech-Sektor und andere Partner aus der Industrie und dem Privatsektor so agieren können, dass sie die Ziele des öffentlichen Gesundheitssystems unterstützen.

            Welche Aufgaben könnte eine nationale Gesundheitsplattform in der personalisierten und am Menschen orientierten Gesundheitsversorgung der Zukunft übernehmen?

            Eine nationale Gesundheitsplattform legt die Spielregeln fest. Sie steckt die Grenzen ab, schafft Leitplanken, innerhalb derer all die verschiedenen Akteure zusammenwirken können. Indem wir eine Vision, eine Struktur und Standards vorgeben, schaffen wir die Grundlage für viele verschiedene Lösungen und Innovationen, die nicht als einzelne Neuerungen, sondern erst als Teil eines Systems ihre volle Wirkung entfalten. Und wir sorgen dafür, dass der Patient, das Individuum, immer im Mittelpunkt all der verschiedenen Bestrebungen steht.

            Inhalt

            Dr. Alain Labrique ist Direktor des Departments für Digitale Gesundheit und Innovation bei der Weltgesundheitsorganisation. Er ist der Gründungsdirektor der Global mHealth Initiative der Johns Hopkins University und Chefredakteur des Oxford Open Digital Health Journals. Bis September 2022 war der Epidemiologe für Infektionskrankheiten und Bevölkerungswissenschaftler Professor an der Bloomberg School of Public Health der Johns Hopkins University. Labrique war federführender Autor der Bellagio Declaration on mHealth Evidence von 2012 und hat über 150 Veröffentlichungen in hochrangigen Fachzeitschriften sowie viele Buchkapitel und technische Berichte zu Digitaler Gesundheit verfasst.

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              Desinformation im Gesundheitswesen: Schöne neue Kommunikationswelt

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              Intro

              Alles ist eigentlich anders und das bedeutet, dass aber alle Gesellschaftsbereiche lernen und sich entwickeln müssen und adaptieren müssen zu dem, wie die technologischen Disruptionen eben diese neue Kommunikationswelt gestalten.

              Wie schaffen es die Menschen, sich im digitalen Zeitalter gut zu informieren?

              Die Digitalisierung hat einfach das Konzept, wie wir uns informieren und kommunizieren, vom Kopf auf die Füße gestellt. Die Gesellschaft kommt nicht so schnell voran. Ihr fehlen bisher die nötigen Informations- und Nachrichten- kompetenzen, um wirklich souverän diesen Umgang zu meistern.

              Erstmal ist das ein Demokratisierungsprozess, weil viel mehr Menschen heute mitsprechen, mitreden, mitdiskutieren können und wollen, aber eben in dieser völligen Veränderung dieser Kommunikationslandschaft eben auch völlig neue Herausforderungen zu Tage kommen in Bezug auf Regulierung, in Bezug auf Verantwortung, in Bezug auf wen haben wir da überhaupt als Akteure gerade, als Akteure unterwegs.

              Und das macht es eben gar nicht so einfach für uns als Gesellschaft, schnell genug zu reagieren, weil die technologische Disruption ist einfach gigantisch und sehr, sehr schnell. Also man kann gar nicht so schnell hinterher räumen heutzutage und gute Regulierung und Ansätze finden, wird sich eben diese Welt schon wieder verändert und jetzt neue Dinge wie KI, Chat GPT, Midjourney alle relevant werden.

              Und das sorgt dafür, dass die Gesellschaft auch überfordert ist. Also fast alle Gesellschaftssysteme müssen sehr, sehr schnell lernen und adaptieren, ob das das Bildungssystem ist, ob das das politische System ist, ob das das Gesundheitssystem ist. Alle sind auf einmal Teil von dieser Form von Öffentlichkeit und müssen natürlich dort lernen, professionell zu kommunizieren und so die Menschen zu informieren, dass sie eben mitgenommen werden. Aber eben in dieser riesigen Informationsflut ist es gar nicht so einfach, wirklich zu navigieren und von A nach B zu finden, ohne irgendwie auf Werbung, Desinformation, Katzenvideos, was auch immer reinzufallen oder hängenzubleiben.

              Können Plattformen mit Qualitätsmechanismen vor Desinformation schützen?

              Die Plattformen können den wichtigsten Beitrag sogar mit leisten, die Menschen zu schützen vor Desinformation. Wenn wir uns an die Pandemie erinnern, gab es auf einmal völlig neue Informationsangebote von den verschiedenen Plattformen.

              Bei Google, wenn ich Corona gegoogelt habe, kam auf einmal eine Seitenleiste, die mir ganz viele relevante Informationen zur Pandemie gegeben hat. Zum Beispiel, wie ist die Inzidenz in meinem Land oder wie viele Leute sind schon geimpft oder wo finde ich eben relevante Gesundheitsinformationen? Da hat Google einen guten Job gemacht, mich quasi an die Hand zu nehmen, wenn ich Informationen versuche zu googeln.

              Andere Plattformen haben es anders gelöst, manchmal auch weniger gut. Zum Beispiel hat Instagram jeden Beitrag, der irgendwie das Wort Corona oder Covid-19 enthielt, geflaggt und gesagt “Achtung, hier geht es um Corona”. Andere Plattformen haben versucht, wie bei YouTube, besser zu kuratieren, was überhaupt angezeigt wird, wenn ich nach Suchbegriffen suche.

              In dem Moment, wo die Plattform entscheidet, den Menschen zu helfen, in dem vielleicht bestimmte Inhalte kuratiert werden oder noch ein gesondertes Informationsangebot mitgegeben wird, um die Qualität einer Quelle einzuschätzen, ist das eine Riesenhilfe. Und das können Informationen über die Quelle sein, warum ist diese Quelle vertrauenswürdig oder weiterführende Informationen und Links. Und die Frage ist, wie viel Vertrauen geben die Menschen dieser Plattform, damit wir eben ein anderes Ergebnis haben.

              Im Idealfall haben wir richtig viel gelernt aus der Pandemie und wissen ziemlich genau, wenn man jetzt zum Beispiel eine neue Plattform baut, wie man diese ganzen Fragen vorher mitdenken kann. Indem ich ein Qualitätssystem aufsetze, was vorher entscheidet, welche Quellen dürfen überhaupt mitmachen, wenn man so möchte. Und ich vorher ein Regelwerk mir überlege, was genau sagt, das sind Trusted Informations und das sind eben Desinformationen, die auf unserer Plattform nichts zu suchen haben.

              Und da kann man, glaube ich, sehr viel von dem, was Google gemacht hat, wie YouTube Quellen markiert hat, wie andere Plattformen vielleicht weiterführende Links gegeben haben, lernen und mitnehmen, um eben dann in einem neuen Kommunikationsumfeld wirklich qualitativ hochwertige Informationen anbieten zu können.

              Inhalt

              Experte

              Alexander Sängerlaub ist Direktor und Co-Gründer von futur eins. Er beschäftigt sich holistisch mit digitalen Öffentlichkeiten und der Frage, wie die Utopie einer informierten Gesellschaft erreicht werden kann. Zuvor baute er im Berliner Think Tank Stiftung Neue Verantwortung den Bereich “Stärkung digitaler Öffentlichkeit” mit auf und leitete dort Projekte zu Desinformation (“Fake News”), Fact-Checking und digitaler Nachrichtenkompetenz. Er studierte Publizistik, Psychologie und Politische Kommunikation an der Freien Universität in Berlin.

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                Digitale Ökosysteme – Was ist das eigentlich?

                Transkript

                Intro

                Das sind Firmen, die ganze Lebensbereiche und Branchen drastisch verändert haben.

                Was ist unter einem digitalen Ökosystem zu verstehen?

                Auch wenn der Begriff “digitale Ökosysteme” vielleicht nicht jedem direkt geläufig ist, so kennen wir doch alle Beispiele von digitalen Ökosystemen, weil sie ganze Lebensbereiche, mit denen wir täglich konfrontiert sind, drastisch umgestaltet haben. Wir kennen Uber, wir kennen Airbnb, wir kennen den Amazon Marketplace.

                Schauen wir uns mal das Beispiel Airbnb an. Dort haben wir private Gastgeber, die Übernachtungsmöglichkeiten an andere Privatmenschen anbieten. Und dann haben wir eine ganz wichtige Rolle, nämlich zentral dazwischen ist Airbnb als Vermittler. Und diese Vermittlerrolle, das ist genau das, was eigentlich alle digitalen Ökosysteme kennzeichnet und eine Gemeinsamkeit ist.

                Diese Vermittlung passiert rein digital und die Plattform wird dann das technische Herzstück unseres digitalen Ökosystems. Und dieses digitale Ökosystem mit seiner Plattform müssen jetzt eben möglichst skalierbar sein, weil wir freiwillig Teilnehmer haben und diese freiwilligen Teilnehmer sich alle einen Vorteil davon versprechen, in dieses digitale Ökosystem zu kommen. Dann setzt sich eine Spirale in Gang. Es kommen immer mehr Anbieter rein, es kommen immer mehr Konsumenten rein. Und das sind dann genau diese Netzwerkeffekte, die häufig zitiert werden und die die Grundlage sind für alle Geschäftsmodelle in der Plattformökonomie.

                Was ist das Neue an digitalen Ökosystemen?

                Digitale Ökosysteme sind gerade nicht deswegen erfolgreich, weil sie etwas komplett Neues anbieten, sondern weil sie etwas anbieten, was es meistens vorher schon gab, aber das auf ein neues Level heben. Für die Konsumenten ist es besonders attraktiv, weil sie ein viel größeres Angebot bekommen, als es jemals der Fall war. Für die Anbieter ist es sehr attraktiv, weil sie eine riesige Konsumentenbasis als Markt erschließen können, ohne dass sie selbst diese Erschließungskosten tragen müssen. Und für den Anbieter des digitalen Ökosystems, für den Betreiber ist es natürlich auch sehr lukrativ.

                Und im öffentlichen Bereich ist es jetzt eben so, dass es dort aber noch sehr wenige und vor allem wenige erfolgreiche digitale Ökosysteme gibt und dass wir vielmehr die Chance auch nutzen müssen, dieses erfolgreiche Prinzip für die öffentliche Verwaltung und den öffentlichen Sektor auszunutzen und die Power der Plattformökonomie dort entsprechend einzusetzen.

                Und welche Risiken gibt es?

                Ja, überall, wo es viele Vorteile gibt, gibt es natürlich auch Risiken. Ein digitales Ökosystem startet man typischerweise in einem Land, lässt es dort wachsen, aber wegen der starken Skalierbarkeit ist es eben dann auch sehr schnell möglich, in andere Märkte und Länder einzudringen. Und somit sehen wir natürlich ein gewisses Risiko, dass internationale Player auch in den deutschen Markt relativ einfach eintreten können, dort sehr schnell wachsen und dann auch die Regeln hier diktieren können, wie das digitale Ökosystem funktioniert. Und wenn das Ökosystem wirklich groß ist und wenn das sehr etabliert ist und es dann auch nicht viele Alternativen gibt, dann birgt das natürlich das Risiko für die anderen Teilnehmenden, dass sie auch keine echte Alternative dazu mehr haben.

                Wie lassen sich Ökosysteme regulieren?

                Dem Risiko des Machtmissbrauchs kann man relativ schwer begegnen. Es ist ja typischerweise so, dass Unternehmen digitale Ökosysteme im Rahmen der geltenden Gesetze aufbauen und damit immer erfolgreicher werden. Trotzdem entsteht hier diese Machtkonzentration eben und der versucht man dadurch zu begegnen, dass man vor allem auch auf europäischer Ebene durch eine entsprechende Regulierung Rahmenbedingungen schafft, die eine zu starke Machtkonzentration verhindert.

                Das andere Risiko eher auf der Ebene der Marktdominanz, das kann man dadurch angehen, dass man eben es versucht und fördert, dass auch mehr digitale Ökosysteme in Deutschland entstehen und damit auch ein natürliches Gegengewicht zu internationalen Playern dann entsteht und passiert. Ein zusätzlicher Aspekt, den wir auch noch reinbringen können, ist, dass gerade wenn der Staat auch unterstützend auftritt, dass er dann entsprechend einwirken kann, sowohl auf die Rahmenbedingungen als auch die entsprechenden Wertevorstellungen, die in so einem digitalen Ökosystem umgesetzt werden.

                Sind alle digitalen Ökosysteme auf Profit ausgerichtet?

                Es ist nicht zwingend notwendig, dass sie eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen. Wir kennen Beispiele wie Wikipedia, was sehr weit verbreitet ist, oder auch Better Place, eine Spendenplattform, die sich selbst dann auch wieder über Spenden finanzieren. Eine andere Möglichkeit ist, dass man sich entsprechende Sponsoren sucht oder auch die öffentliche Hand als Sponsor auftritt und auch darüber kann ein digitales Ökosystem etabliert und betrieben werden.

                Inhalt

                Experte

                Dr. Matthias Naab ist Co-Founder von Full Flamingo, einem Eco-Tech-Start-up mit dem Ziel, die Power der Plattformökonomie für größtmöglichen Impact auf Nachhaltigkeit zu nutzen. Er war bis 2022 am Fraunhofer IESE als Hauptabteilungsleiter tätig und hat das Thema „Digitale Ökosysteme und Plattformökonomie“ mit aufgebaut und verantwortet.

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                  Was ist Plattformmacht?

                  Dr. Michael Seemann

                  Wir alle nutzen sie jeden Tag: Plattformen. Ebay, Instagram, Uber, Wolt, AirBnB … Plattformen sind nützlich, weil sie Kommunikation, Koordination und Transaktionen organisieren und so alle möglichen Aufgaben erleichtern. Aber wenn wir ehrlich sind, fühlen wir uns von ihnen auch oft auf unangenehme Weise abhängig. Im folgenden Artikel erläutere ich verschiedene Aspekte der Plattformmacht und deren Auswirkungen.

                  Plattformen haben Macht. Das ist ein Gemeinplatz, auf den sich alle einigen können. Doch häufig wird gestritten, welche Art von Macht sie haben. Da gibt es zum Beispiel die wirtschaftliche Macht. Plattformunternehmen verfügen oft über viel Geld und Ressourcen, um ihre Vorstellungen umzusetzen. Darüber hinaus besitzen sie Marktmacht. Häufig werden Plattformunternehmen als Monopole oder mindestens als marktdominierende Akteure beschrieben und problematisiert. Und schließlich haben Plattformen Datenmacht. Sie sammeln unzählige Daten über uns, unser Verhalten und über die Gesellschaft als Ganzes. Dazu kann man ihnen zunehmend auch politische Macht unterstellen. Sie unterhalten eine der größten Gruppen an Lobbyisten in Brüssel und Washington, und über ihre Algorithmen können sie oft auch politische Diskurse beeinflussen.

                  All diese Analysen sind richtig. Doch mir scheint, dass diese Felder der Macht selbst nur die Effekte einer ganz anderen Macht sind. Plattformen – so meine These – haben eine eigene, ganz spezifische Macht, und all die anderen Formen der Macht resultieren aus ihr.

                  Plattformmacht

                  Ich spreche von „Plattformmacht“ (Seemann 2021): eine Macht, die in dieser Form nur Plattformen haben und ausüben und die sich nur aus ihrer ganz speziellen Struktur heraus erklärt.

                  Plattformmacht besteht aus zwei Teilen:

                  1. Netzwerkmacht, die Individuen, Institutionen und andere Teilnehmende in die Plattform zieht und sie an sich bindet.
                  2. Kontrolle, die es Plattformbetreibern erlaubt, Einfluss auf alles zu nehmen, was auf der Plattform passiert.

                  Netzwerkmacht ist eigentlich nur ein anderer Name für „Netzwerkeffekte“. Dieser Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften beschreibt den Effekt, dass Akteure immer das Netzwerk bevorzugen, in dem die meisten anderen Akteure sind. Man kennt das: Ein Social Network, bei dem niemand ist, ist nicht sehr attraktiv. Nur ein Netzwerk, in dem ich mit anderen kommunizieren kann, hat einen Wert für mich. Der Wert eines Netzwerks hängt also unmittelbar mit seiner Größe zusammen.

                  Dieser Effekt lässt sich aber auch als eine Form der Macht beschreiben (Grewal 2008). Meine Entscheidung, dem einen oder dem anderen Netzwerk beizutreten, ist nicht völlig frei, sondern wird stark durch die Netzwerkeffekte beeinflusst. Gleichzeitig ist es schwer, ein Netzwerk zu verlassen, in dem ich bereits viele Beziehungen aufgebaut habe. Dieser Effekt wird auch „LockIn“ genannt, weil er einen in gewisser Weise einsperrt. Netzwerkeffekte ziehen also Menschen in ein Netzwerk und halten sie dort. Daher kann man auch von „Netzwerkmacht“ sprechen.

                  Wir kennen Netzwerkmacht aber nicht erst seit digitalen Plattformen. Die meisten von uns haben Englisch als erste Fremdsprache gelernt. Das liegt unter anderem daran, dass es so nützlich ist, Englisch sprechen zu können, denn Englisch wird von den meisten Menschen auf der Welt gesprochen. Die Netzwerkmacht der englischen Sprache, so könnte man sagen, ist größer als die der französischen.

                  Netzwerkmacht gibt es überall in unserem Leben. Gesten, Sprachen, Gebräuche – sie alle haben Netzwerkmacht, denn sie sind darauf angewiesen, dass genug andere Menschen sie erkennen und interpretieren können. Auch Plattformen haben Netzwerkmacht. Doch während niemand in der Lage ist, allein Sprachen, Gesten und Gebräuche zu steuern, sie zu verändern oder Leute davon auszuschließen, können Instagram und Uber bestimmen, wer bei ihnen mitmachen darf und was jemand dort tun kann.

                  Hier kommt der zweite Faktor der Plattformmacht zum Tragen: die Kontrolle. Plattformen sind technische Infrastrukturen, die ihren Betreibern eine Menge Möglichkeiten einräumen, Kontrolle auszuüben. Allein durch die Ausgestaltung der Features können Plattformen bestimmen, welche Dinge auf ihnen möglich sind und welche nicht. Sie haben auch die Möglichkeit, mittels der Such-, Empfehlungs- oder Matchingalgorithmen zu steuern, welche Interaktionen auf der Plattform passieren. Und sie können auch entscheiden, bestimmte Personen von der Nutzung auszuschließen oder deren Interaktionsmöglichkeiten zu reduzieren. Kombiniert man beides – Netzwerkmacht und die Möglichkeit, Kontrolle auszuüben –, entsteht eine neue Form von Macht: die Plattformmacht.

                  Die Graphnahme

                  Jede Plattform steht zunächst vor einer Herausforderung: Um für Nutzende attraktiv zu sein, muss die Plattform Netzwerkmacht erlangen. Um diese zu erlangen, muss sie Nutzende anlocken. Es ist ein Henne-Ei-Problem, das nur schwer zu lösen ist. Plattformen haben das Problem in der Vergangenheit so gelöst, dass sie sich bereits existierende Netzwerke einverleibt haben. So hat Google sich über das World Wide Web gelegt, WhatsApp hat durch den Upload der Adressbücher seiner Nutzenden deren Kontakte importiert, Uber warb zunächst gezielt Taxifahrer ab, und Facebook ist am Anfang von Campus zu Campus gezogen und hat die Studierenden der Eliteuniversitäten motiviert, auf die Plattform zu kommen.

                  Den Trick, schon existierende Netzwerke in die eigene Plattform zu integrieren, um sie zur Grundlage des eigenen Netzwerkwachstums zu machen, nenne ich „Graphnahme“. Eine solche Graphnahme gewinnorientierter Plattformen könnte auch dem Gesundheitsbereich drohen. Ein denkbares Szenario dafür habe ich an anderer Stelle entwickelt (Seemann 2022).

                  Die Politik der Plattformen

                  Nach der Graphnahme ist eine Plattform nicht nur attraktiver für Außenstehende, sondern sie hat auch eine Gemeinschaft unter ihre Regeln gestellt. Wie die Landnahme ist die Graphnahme ein Akt der politischen Ordnungsgebung (Schmitt 1950). Das macht Plattformen zu politischen Institutionen: Jede Plattform wirkt politisch nach innen – meistens über Moderationsprozesse (Netzinnenpolitik) – und nach außen, weil sie sich mit anderen mächtigen Institutionen, wie anderen Plattformen oder Staaten, ins Benehmen setzen muss (Netzaußenpolitik).

                  Man kann heutige Politik nicht mehr verstehen, ohne die Politik der Plattformen ernst zu nehmen. Googles früheres Engagement in China, Facebooks Einfluss auf die US-Wahlen, Elon Musks Kauf von Twitter: Plattformen sind politisch, auch wenn sie lange einen anderen Eindruck erwecken wollten. Schon die Übernahme eines Vernetzungszusammenhangs selbst ist ein politischer Akt. Man stelle sich vor, eine private Plattform könnte eine ähnliche Kontrolle über das Gesundheitssystem erlangen.

                  Das Geschäftsmodell

                  Die Plattformmacht begründet aber nicht nur politische Ordnungen, sondern ist auch Grundlage aller Geschäftsmodelle von Plattformen. Jedes Plattformgeschäftsmodell verwendet auf die eine oder andere Weise Netzwerkmacht und Kontrolle als Hebel, um bestimmte Nutzergruppen zum Zahlen zu bewegen – sei es durch die Begrenzung des Zugangs zu Features oder durch Begrenzung des Zugangs zu anderen Nutzenden. Das ist offensichtlich, wenn etwa Uber und AirBnB Vermittlungsprovision kassieren, oder Amazon Gebühren von Händlern nimmt. Doch auch das Werbegeschäftsmodell ist nur der Wegzoll, den Werbekunden an die kommerziellen Plattformen zahlen, um die Nutzerschaft erreichen zu dürfen.

                  Enshittification

                  Für die gewinnorientierten Plattformen ergibt sich hier ein Widerspruch. Auf der einen Seite will eine Plattform immer wachsen, denn Wachstum ist der Weg, um Plattformmacht und damit Nützlichkeit zu erlangen – dafür muss sie sich möglichst offen geben und allen Zugang zu allem gewähren. Auf der anderen Seite will eine Plattform in der Regel auch Geld verdienen – dafür muss sie Zugänge schließen und begrenzen, denn sonst zahlt niemand Wegzoll. Diese widersprechenden Dynamiken führen dazu, dass jede Plattform mehrere Phasen durchläuft.

                  In der frühen Phase, also kurz nach der Graphnahme, ist eine Plattform auf Wachstum ausgerichtet. In dieser Phase versuchen die Plattformen für alle so nützlich wie möglich zu sein, um Plattformmacht zu erlangen. Erst wenn viele Leute auf die Plattform geströmt sind und sich in ihr eingerichtet haben, findet die Plattform ihr Geschäftsmodell. Die Plattform bestimmt die Engstellen, an denen sie Wegzoll nehmen will, und beginnt sie nach und nach zu schließen. Während das Wachstum abflacht, werden die Zugänge immer weiter geschlossen bzw. an immer mehr Stellen werden Wegzölle verlangt. In der nächsten Phase geht es der Plattform dann nur noch darum, den größten Profit aus der immer abhängigeren Community zu extrahieren. Die Möglichkeiten für die Nutzenden werden immer weniger, der Nutzen wird immer geringer, die Nutzung immer teurer. Der Science-Fiction-Autor Cory Doctorow und die Netzaktivistin Rebecca Giblin haben für diesen Prozess den Namen „Enshittification“ gefunden (Giblin & Doctorow 2022).

                  Die Ambivalenz der Plattformen: Nutzen ist Macht

                  Es ist ungemein schwer, Menschen dazu zu bewegen, einen gemeinsamen Standard zu etablieren. Man spricht in der Soziologie vom „Problem kollektiven Handelns“ (Olson 1965). Ist ein gemeinsamer Kommunikationsstandard erst einmal etabliert, profitieren alle Kommunikationsteilnehmerinnen und -teilnehmer davon. Das ist das große Verdienst von Plattformen. Man darf deswegen nicht vergessen: Plattformen sind aus demselben Grund nützlich, aus dem sie mächtig sind.

                  Plattformen sind ein Konzept zur Organisation menschlicher Interaktionen, bei denen sich Netzwerkmacht mit Kontrolle kombinieren lässt. Plattformmacht ist sowohl Grundlage des zunehmenden politischen Einflusses von Plattformen als auch ihrer Geschäftsmodelle. Da Plattformbetreiber meist kapitalistische Unternehmen sind, suchen sie Wege, um den Mehrwert, den sie generieren, wieder abzuschöpfen. Dafür müssen sie zwangsläufig die Zugänge der Interaktionen beschränken und den Nutzen der Plattformen wieder verringern.

                  Plattformen sind nützlich und gerade deswegen auch gefährlich. Plattform sind nicht grundsätzlich abzulehnen, aber man sollte sehr aufpassen, von welchen Plattformen man sich abhängig macht. Insbesondere, wenn es um sensible gesellschaftliche Zusammenhänge wie etwa die Gesundheitsversorgung geht.

                  Literatur

                  Giblin R, Doctorow C (2022). Chokepoint Capitalism: How Big Tech and Big Content Captured Creative Labor Markets and How We’ll Win Them Back. Boston.

                  Grewal D S (2008). Network Power. The Social Dynamics of Globalization. New Haven.

                  Olson M (1965). The Logic of Collective Action. Public Goods and the Theory of Groups. Cambridge.

                  Schmitt C (1950). Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum. Berlin.

                  Seemann M (2014). Das Neue Spiel. Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust. Freiburg.

                  Seemann M (2021). Die Macht der Plattformen. Politik in Zeiten der Internetgiganten. Berlin.

                  Seemann M (2022). Die Graphnahme der Gesundheit. Ein Planspiel zur möglichen Plattformisierung des deutschen Gesundheitssystems. Baas J (Hrsg.). Gesundheit im Zeitalter der Plattformökonomie. Ziele. Herausforderungen. Handlungsoptionen. Berlin. 50–58.

                  Autor

                  Michael Seemann studierte Angewandte Kulturwissenschaften und promovierte 2021 in Medienwissenschaften. Er startete 2010 einen Blog zum Verlust der Kontrolle über die Daten im Internet und veröffentlichte seine Thesen 2014 unter dem Titel „Das Neue Spiel“ auch als Buch. Sein zweites Buch, „Die Macht der Plattformen“, erschien 2021. Zum Thema Plattformregulierung war er 2016 als Sachverständiger im Bundestag. Er hält Vorträge zu den Themen Internetkultur, Plattformen, Künstliche Intelligenz und die Krise der Institutionen in Zeiten des digitalen Kontrollverlusts.

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                    Gesundheitskompetenz und Infodemie

                    Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler
                    Prof. Dr. Doris Schaeffer

                    Gesunde Entscheidungen erfordern gute Informationen. Gesundheitskompetenz bildet die Summe der Fähigkeiten, die wir benötigen, um uns diese Informationen im Alltag zu erschließen. In einem Zeitalter, in dem Informationen im Überfluss vorhanden sind und digitale Plattformen einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu Wissen bieten, haben viele Menschen jedoch große Schwierigkeiten, sich in der Informationsflut zurechtzufinden. In Verbindung mit dem Phänomen der sich im Netz immer schneller ausbreitenden Fehl- und Falschinformationen entsteht ein gefährliches Gemisch, das die Gesundheitssysteme schon heute vor große Herausforderungen stellt.

                    Der Begriff der Gesundheitskompetenz (engl. Health Literacy) fasst ein ganzes Bündel unterschiedlicher Fähigkeiten zusammen. Es reicht von der Suche nach passenden Informationen über das Verstehen, die Beurteilung bis zur Umsetzung neuen Wissens auf der Verhaltensebene. Der Begriff bezeichnet nicht nur das Verständnis gesundheitsrelevanter Begriffe und Konzepte, sondern schließt auch Problemlösungs- und Interaktionskompetenzen sowie den Umgang mit Informationstechnologien ein. Dazu gehört auch der kompetente Umgang mit persönlichen Daten sowie die Fähigkeit, Informationen aus digitalen Quellen zu prüfen, Desinformation zu erkennen und entsprechend einzuordnen.

                    “Gesundheitskompetenz „umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten von Menschen, gesundheitsrelevante Informationen in unterschiedlicher Form zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag … Entscheidungen treffen zu können.“

                    Kristine Sørensen (2012)

                    Wie es um die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung steht, zeigt unter anderem der “European Health Literacy Population Survey“ (HLS19) aus dem Jahr 2021, an dem 17 europäische Länder beteiligt waren. Demnach berichtete fast die Hälfte der Befragten von erheblichen Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Dabei fiel die Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit und Qualität von Informationen am schwersten. Zudem hatten rund 40 Prozent der Befragten über alle Länder hinweg eigenen Angaben zufolge Schwierigkeiten, aufgrund von Informationen aus den Medien zu entscheiden, wie sie sich vor Krankheiten schützen können. In Deutschland beträgt dieser Anteil sogar rund 61 Prozent, und auch die Gesundheitskompetenz fällt schlechter aus: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – konkret 58,8 Prozent – weisen hierzulande eine geringe Gesundheitskompetenz auf.

                    Schwerwiegende Folgen

                    Probleme im Umgang mit Gesundheitsinformationen haben nicht nur Folgen für die individuelle Gesundheit, sondern wirken sich auf das Gesundheitssystem insgesamt aus. So geht eine geringe Gesundheitskompetenz häufig mit ungesundem Verhalten und einer deutlich intensiveren Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems – insbesondere der Krankenhaus- und Notfallversorgung, aber auch Arztbesuchen – einher. Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz haben Schwierigkeiten, Packungsbeilagen von Arzneimitteln zu verstehen, Informationen zu einer Erkrankung richtig einzuschätzen, Behandlungsoptionen abzuwägen oder die richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem auszumachen. Sie nehmen präventive Angebote seltener in Anspruch und weisen höhere Morbiditätsraten und sogar vorzeitige Sterbefälle auf.

                    Von der Infodemie zur Infokalypse

                    Auch, wenn digitale Technologien den Umgang mit Informationen erheblich erleichtern können, erhält die empirische Befundlage zur Gesundheitskompetenz unter dem Einfluss der digitalen Transformation eine neue Brisanz: Die Reiz- und Sinnesüberflutung durch Informationen ist im digitalen Zeitalter selbst zu einem Gesundheitsrisiko geworden, und die Verbreitung irreführender und auch widersprüchlicher Informationen sorgt zunehmend für Verunsicherung. Im Netz treffen Menschen immer häufiger auf Bots und täuschend echte Videomanipulationen, die die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen lassen. Der Technologieforscher und IT-Berater Aviv Ovadya zeichnet in diesem Zusammenhang das dystopische Bild einer „Infokalypse“, in der moderne Technologien Wahrheit und Vertrauen vollständig erodieren lassen.

                    Die Echokammern der sozialen Netzwerke lassen schon heute abgeschottete Öffentlichkeiten entstehen, in denen sich falsche und irreführende Informationen mit hoher Geschwindigkeit „viral“ verbreiten können. Um dieses Phänomen zu beschreiben, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Begriff der „Infodemie“ geprägt. Er bezieht sich nicht nur auf die rasche Ausbreitung, sondern auch auf die gesundheitlichen Risiken, die mit Desinformation einhergehen.

                    “Es ist unverkennbar, dass digitale Gesundheit die Gegenwart und Zukunft unserer Gesundheitssysteme darstellt, daher müssen wir sicherstellen, dass es keine Gewinner oder Verlierer gibt, sondern dass jeder profitiert und niemand zurückgelassen wird.”

                    Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa (2023)

                    Eine internationale Vergleichsstudie der WHO für die Region Europa aus dem Jahr 2023 offenbart, dass viele Länder zwar große Fortschritte im Aufbau der technischen Infrastruktur verzeichnen, aber nur die Hälfte von ihnen über Konzepte zur Verbesserung der digitalen Gesundheitskompetenz verfügt. Hier droht das Risiko ungleicher Gesundheitschancen infolge einer sich verschärfenden digitalen Spaltung der Gesellschaft.

                    Resilienz gegen Desinformation

                    Verfügen Menschen über eine hohe Gesundheitskompetenz, sind sie besser in der Lage, falsche oder irreführende Informationen zu erkennen und entsprechend einzuordnen. Gesundheitskompetenz kann folglich die Resilienz und Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation stärken und so gesundheitliche Risiken in der Bevölkerung verringern. Sie ist ein wichtiger Schlüsselfaktor für eine gelingende digitale Transformation des Gesundheitswesens. Deshalb ist es an der Zeit, zu handeln und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz zu ergreifen. Dabei geht es keineswegs nur darum, die individuellen Kompetenzen und Ressourcen der Bevölkerung zu fördern. Um die Situation für Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz zu verbessern, bedarf es auch eines nutzerfreundlichen Gesundheitssystems, das Anforderungen reduziert und den Umgang mit Informationen erleichtert.

                    Es bedarf nutzerfreundlicher und nutzenbringender digitaler Anwendungen und Informationsangebote, die die individuellen Lernvoraussetzungen, Bedarfe und Präferenzen der Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigen und wirksame Mechanismen zur Qualitätssicherung vorhalten. Schließlich braucht es digitale Orte, an denen sich Patientinnen und Patienten sicher bewegen können, Datenschutz und ein größtmögliches Maß an Datensicherheit gewährleistet wird und an denen sie kuratierte Informationen erhalten, um auf dieser Basis im Behandlungsprozess mitwirken und gesunde Entscheidungen treffen zu können.

                    Literatur

                    Kickbusch I, Pelikan J M, Apfel F, Tsouros A D (‎2013)‎. Health literacy: the solid facts. World Health Organization. Regional Office for Europe. https://apps.who.int/iris/handle/10665/326432

                    Rudd R (2006). The Health Literacy Environment of Hospitals and Health Centers. National Center For the Study of Adult Learning and Literacy. www.hsph.harvard.edu/healthliteracy

                    Schaeffer D, Vogt D, Quenzel G, Berens E M, Messer M, Hurrelmann K (2017). Health Literacy in Deutschland. In: D. Schaeffer und J M Pelikan (Hrsg.), Health Literacy: Forschungsstand und Perspektiven. Bern.

                    Schaeffer D, Berens E-M, Gille S, Griese L, Klinger J, de Sombre S, Vogt D, Hurrelmann K (2021). Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland vor und während der Corona Pandemie. Ergebnisse des HLS-GER 2. Bielefeld. Interdisziplinäres Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung (IZGK), Universität Bielefeld.

                    Sørensen K, Van den Broucke S, Fullam J, Doyle G, Pelikan J, Slonska Z, Brand H, European Consortium Health Literacy Project (2012). Health literacy and public health: a systematic review and integration of definitions and models. MC Public Health 12, 80. DOI: 10.1186/1471-2458-12-80

                    The HLS19 Consortium of the WHO Action Network M-POHL (2021). International Report on the Methodology, Results, and Recommendations of the European Health Literacy Population Survey 2019-2021 (HLS19) of M-POHL. Austrian National Public Health Institute. Vienna.

                    Warzel C (2018). Believable: The Terrifying Future of Fake News. https://www.buzzfeednews.com/article/charliewarzel/the-terrifying-future-of-fake-news

                    WHO – World Health Organization (2020). Infodemic management: a key component of the COVID-19 global response. Weekly Epidemiological Record 95(16), 145–148.

                    WHO – World Health Organization (2023). The ongoing journey to commitment and transformation: digital health in the WHO European Region. WHO Regional Office for Europe. Copenhagen.

                    Autor/Autorin

                    Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler ist als Co-Director mitverantwortlich für das Gesundheitsprogramm der Bertelsmann Stiftung. Zuvor arbeitete er als geschäftsführender Gesellschafter der Patientenprojekte GmbH, einer auf den Bereich der Patientenkommunikation spezialisierten Organisations- und Unternehmensberatung. Von 2011 bis 2015 war Schmidt-Kaehler Bundesgeschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Er ist Mitglied im Expertenrat des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz.

                    Prof. Dr. Doris Schaeffer ist Senior Professorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, Ko-Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Gesundheitskompetenzforschung (IZGK) und Senior Fellow an der Hertie School of Governance. Sie ist Initiatorin und Mitherausgeberin des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz in Deutschland und Mitglied des 2018 gegründeten EHII Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy (M-POHL). Von 2010 bis 2014 war Schaeffer Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen des Bundesministeriums für Gesundheit.

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