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Nutzerfreundliche Gesundheitssysteme

Transkript

Intro:

Eine digitale Gesundheitsplattform bietet so viele Möglichkeiten, den Menschen tatsächlich Gesundheit zu bringen.

 

Warum wird die digitale Gesundheitskompetenz immer wichtiger?

Gesundheitskompetenz hat zwei Seiten. Auf der einen Seite sprechen wir über die Gesundheitskompetenz der Öffentlichkeit, der Menschen. Auf der anderen Seite geht es darum, wie die Systeme mit Gesundheitskompetenz umgehen. Wie gestalten wir also Systeme, die “gesundheitskompetenzfreundlich” sind? Und wenn wir über digitale Gesundheitskompetenz sprechen, sind wir gefordert. Weil wir sehen, dass es für die Menschen so viele Barrieren gibt, Informationen in sozialen Medien, auf Websites usw. zu finden. Viele öffentliche Websites sind nicht sehr benutzerfreundlich gestaltet. Und das bedeutet, dass Menschen sich dort verlieren können. Es ist wichtig, dass wir erkennen, dass die Gesundheitssysteme ein Mitspracherecht haben, wie wir Systeme gestalten und wie wir Menschen helfen können, digitale Gesundheitskompetenz zu erlangen.

 

Wie kann die Gesundheitskompetenz gefördert werden?

Gesundheitssysteme spielen eine wichtige Rolle dabei, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu steigern. Leadership, Trägerschaft, Management-Buy-In sind wichtige Voraussetzungen, um Gesundheitskompetenz als strategischen Ansatz in Organisationen zu implementieren. Gesundheitssysteme sind auch im Hinblick auf das Setzen von Richtlinien und Standards relevant, für die Nutzung von Daten zum Beispiel. So ist es wichtig, einen guten Rahmen für Datenschutz und Datensicherheit zu schaffen.

 

Wie können wir eine Zukunft mit Gesundheitskompetenz schaffen?

Ich glaube, dass die Zukunft in der Gesundheitskompetenz liegt. Ich glaube, dass wir alle Verantwortung tragen, Gesundheitssysteme zu gestalten, die den Menschen förderlich sind und sie stärken, sich um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu kümmern. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, egal ob du im Gesundheitswesen oder außerhalb des Gesundheitssektors arbeitest. Das bedeutet für das Personal im Gesundheitswesen, aber auch für diejenigen außerhalb, wie Lehrer, Coaches, Entscheidungsträger, politische Entscheidungsträger, Journalisten: Wir alle haben eine Verantwortung und wir können dazu beitragen, dass die Zukunft gesundheitskompetent wird.

Inhalt

Dr. Kristine Sørensen, Präsidenten der „International Health Literacy Association“, setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen eine bessere digitale Gesundheitskompetenz erlangen. Um das zu erreichen, sieht sie unter anderem die Gesundheitssysteme in der Pflicht, nutzerfreundlicher zu werden. In diesem Video benennt die „Health Literacy“-Expertin Rahmenbedingungen für Gesundheitssysteme, die die Menschen dazu befähigen möchten, Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu übernehmen.

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    Resilienz gegen Desinformation aufbauen

    Transkript

    Intro:

    Wir müssen viel kritischer gegenüber dem sein, was wir in den Nachrichten und in den sozialen Medien lesen und hören.

     

    Was ist Gesundheitskompetenz?

    Gesundheitskompetenz ist ein relativ neuer Begriff im Gesundheitsbereich. Er umfasst Wissen, Motivation und die Kompetenzen, Informationen zu finden, verstehen, beurteilen und anzuwenden, um Entscheidungen im Alltag zu treffen. Wenn wir also krank sind, wenn wir über Risikofaktoren sprechen wie Tabak oder Rauchen, wenn wir versuchen, gesund zu bleiben. Es geht aber auch darum, wie man sich im Gesundheitssystem zurechtfindet.

     

    Warum ist Gesundheitskompetenz so wichtig?

    Gesundheitskompetenz ist wichtig, weil es denjenigen, die das Wissen und die Motivation und Kompetenzen haben, auf sich selbst aufzupassen, auch gut geht. Sie führen ein besseres Leben, nehmen Gesundheitssysteme weniger in Anspruch. Und wenn wir Gesundheitskompetenz haben, sind wir auch in der Lage und können uns selbst vertrauen, wenn es darum geht zu unterscheiden, ob eine Information nun wahr ist oder ob es sich um Fake News handelt. Andererseits könnte es für Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz schwierig und zu komplex sein, ihre eigene Gesundheit zu managen und im Gesundheitssystem zu navigieren und sich zurechtzufinden. Und das kann nachteilige Auswirkungen haben. Sie sind häufiger im Krankenhaus, sie nehmen nicht an Screenings teil, möglicherweise wissen sie nicht, wie man sich gut ernährt.

     

    Was sagt die Forschung über Gesundheitskompetenz?

    Wir wissen aus europäischen Umfragen zur Gesundheitskompetenz, dass im Durchschnitt jeder Zweite mit Schwierigkeiten hat Informationen zu finden und zu verstehen und sie zu nutzen, um Maßnahmen zu ergreifen. Das bedeutet, dass es sich nicht nur um einen kleinen Teil der Menschen handelt, die Schwierigkeiten haben. Sondern es handelt sich um eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, die wir angehen müssen.

     

    Warum tun sich so viele Menschen mit Gesundheitsinformationen schwer?

    Während der Pandemie haben wir gesehen, wie schwierig es war, mit Gesundheitsinformationen umzugehen.  Wir müssen viel kritischer mit dem umgehen, was wir in den Nachrichten und in den sozialen Medien lesen und hören. Wir wissen, dass wir auch auf Mythen, Verschwörungen treffen. Und die Menschen müssen in der Lage sein zu verstehen, was Fake News sind. Allerdings sind wir auch stark gefordert, weil manchmal Fake News auch von Menschen kommen, denen wir vertrauen. Und dies ist eine herausfordernde Zeit, in der Gesundheit überall in den Nachrichten und in den sozialen Medien behandelt wird.

     

    Wie können wir dieses Problem angehen?

    Wir können Gesundheitskompetenz und digitale Gesundheitskompetenz in Schulen vermitteln. Wir können von den Journalisten verlangen, eine prominentere Rolle einzunehmen bei der Darstellung von Gesundheitsthemen in den Nachrichten. Wir können Unternehmen, im öffentlichen und privaten Sektor, auffordern, sich mit Gesundheitskompetenz am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen, denn Gesundheitskompetenz ist für uns alle relevant. Und wir müssen sicherstellen, dass wir Zugang haben zu glaubwürdigen Informationen und zeitnahen Informationen sowie relevanten Informationen. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, kann die Einrichtung einer Gesundheitsdatenplattform sein. Eine digitale Gesundheitsplattform bietet so viele Möglichkeiten, den Menschen tatsächlich Gesundheit zu bringen.

    Inhalt

    Wer sich zu Gesundheitsthemen informieren möchte, fühlt sich oft im Dschungel der Informationen verloren. Umfragen zufolge verfügen viele Menschen nicht über die nötige Gesundheitskompetenz, um Fake News von vertrauenswürdigen Informationen zu unterscheiden. Dr. Kristine Sørensen, Präsidenten der „International Health Literacy Association“, erläutert in diesem Film, warum Gesundheitskompetenz wichtig ist und was eine nationale Gesundheitsplattform zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz beitragen kann.

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      In Nutzen investieren: Finanzierungsmodelle für Gesundheitsökosysteme

      Dr. Sebastian Krolop
      Dr. Marko Queitsch

      Die Realisierung der im Projekt „Trusted Health Ecosystems“ entworfenen Vision einer nationalen Gesundheitsplattform dürfte an vielen Stellen finanziellen Nutzen stiften und einen Beitrag zu einer wirtschaftlichen Gesundheitsversorgung leisten. Sie setzt aber auch ein nachhaltiges und unabhängiges Finanzierungsmodell voraus, das die erforderlichen Spielräume für den Aufbau, den laufenden Betrieb und die Weiterentwicklung schafft. Die Lösung liegt vermutlich in einer Kombination unterschiedlicher Finanzierungsansätze.

      Digitale Ökosysteme können im Gesundheitswesen auf vielfältige Weise Nutzen stiften: Die Vernetzung aller Akteure und die Bereitstellung digitaler Daten schaffen Transparenz und ermöglichen personalisierte Versorgungsangebote. Vollständig integrierte Gesundheitsangebote verbessern zudem das Nutzererlebnis. Nicht zuletzt erleichtern vereinfachte Abläufe und digitale Unterstützung die Arbeit des Gesundheitspersonals.

      Wie groß der finanzielle Nutzen eines digitalisierten Gesundheitswesens ist, zeigt eine Analyse von McKinsey, die das ökonomische Potenzial in Deutschland auf rund 42 Milliarden Euro pro Jahr beziffert (McKinsey & Company 2022). Digitale Ökosysteme sind hier zwar nicht der einzige Hebel, um dieses enorme Potenzial zu erschließen, doch sie könnten einen wichtigen Beitrag leisten. Zum Beispiel indem sie den Digitalisierungsprozess beschleunigen und unterschiedliche Angebote sowie digitale Services zeit- und kosteneffizient miteinander verzahnen.

      Auch die OECD geht davon aus, dass der leichtere Zugang zu hochwertigen Gesundheitsinformationen, wie ihn ein Ökosystem nach dem Vorbild der hier skizzierten Produktvision bietet, kostensparende Effekte entfalten kann. Sie schätzt, dass durch eine verbesserte Gesundheitskompetenz drei bis fünf Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen eingespart oder an anderer Stelle genutzt werden könnten. Das entspräche allein für Deutschland einer Summe von neun bis 15 Milliarden Euro pro Jahr.

      Entwicklung, Bereitstellung und Betrieb solcher Gesundheitsökosysteme erfordern jedoch – je nach Größe – teils erhebliche Investitionen. Auch für den laufenden Betrieb fallen Kosten an. So stellt sich die Frage, welche Finanzierungsmodelle geeignet sind, um ein derartiges Ökosystem zu schaffen und einen dauerhaften Plattformbetrieb inklusive einer laufenden Weiterentwicklung zu ermöglichen.

      Anforderungen an den Finanzierungsansatz einer nationalen Gesundheitsplattform

      Für Gesundheitsökosysteme sind unterschiedliche Finanzierungsmodelle denkbar, die wiederum eine Reihe von Vor- und Nachteilen mit sich bringen. Bei der Betrachtung dieser Optionen gilt es, die Leitplanken zu berücksichtigen, an denen sich die nationale Gesundheitsplattform orientieren soll (vgl. Eckpunkte und Prämissen):

      • Keine Gewinnorientierung: Durch den Betrieb der Plattform soll kein Gewinn erzielt werden; erwirtschaftete Einnahmen fließen stattdessen in ihre Weiterentwicklung. Dies wirkt sich auch auf die mögliche Rechtsform des Ökosystems aus (vgl. Trägerschaft: Staatlich oder privat organisiert?). Diese Vorgabe bezieht sich selbstverständlich nur auf den Plattformbetreiber. Teilnehmende Anbieter von Gesundheitsinformationen oder Services können als Teil des Ökosystems durchaus gewinnorientiert arbeiten.
      • Unabhängigkeit: Das Ökosystem soll neutral und unabhängig von den Partikularinteressen einzelner Akteure agieren. Dies gilt neben Leistungserbringern und Kostenträgern des Gesundheitswesens auch für kommerzielle Interessen privatwirtschaftlicher Unternehmen und schließt eine Reihe von Finanzierungsoptionen, etwa einen werbefinanzierten Betrieb, praktisch aus.
      • Nachhaltigkeit: Aufbau und Skalierung von Ökosystemen erfordern Zeit und sind gleichzeitig von schnelllebigen technologischen Veränderungen geprägt – entsprechend langfristig sollte die Finanzierung angelegt sein.
      • Transparenz: Da sowohl privatwirtschaftliche als auch öffentliche Akteure am digitalen Ökosystem teilnehmen und der Ökosystembetreiber in gesetzlichem Auftrag handeln würde, sollte die Finanzierung für alle transparent und nachvollziehbar sein. Dies erhöht auch das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer in die Plattform.
      • Offenes System: Die nationale Gesundheitsplattform soll als offenes Ökosystem entwickelt werden, das die Anbindung verschiedener Gesundheitsanbieter erlaubt. Dafür sind entsprechende Voraussetzungen zu schaffen, was wiederum laufende Kosten erzeugt – etwa für die Entwicklung, Bereitstellung und Pflege von APIs oder anderen zentralen Komponenten.

      Unterschiedliche Finanzierungsmodelle denkbar

      Bei der Auswahl geeigneter Finanzierungsmodelle empfiehlt sich eine differenzierte Betrachtung von Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung der Plattform, denn es ergeben sich eine Reihe von Finanzbedarfen, für die sich wiederum unterschiedliche Formen der Finanzierung anbieten:

      Aufbaukosten. Beim Aufbau der Basisinfrastruktur fallen initiale Kosten an, beispielsweise für die technische Entwicklung der IT-Plattform, rechtliche und regulatorische Konzepte sowie für die Einbindung der ersten Gesundheitsanbieter in das Ökosystem. Für die Startphase bietet sich daher eine einmalige Grundfinanzierung an – durch Zuschüsse oder Fördermittel von Stiftungen, der öffentlichen Hand oder der „Gesellschafter“ des Ökosystems. Ein Beispiel für die staatliche Förderung der Digitalisierung ist der „National Digital Health Plan“ in Israel. Die Regierung stellt darin ein Budget von rund 300 Millionen US-Dollar bereit, unter anderem für den Aufbau einer Big-Data-Plattform mit anonymisierten Gesundheitsinformationen nahezu aller israelischen Bürgerinnen und Bürger.

      Laufende Betriebskosten. Ist das Ökosystem errichtet, müssen seine laufenden Kosten gedeckt werden, etwa für den operativen Betrieb sowie für Wartung, Software-Lizenzen, Marketing und Personal. Auch diese Ausgaben lassen sich über öffentliche Zuschüsse aus Steuer- oder Beitragsmitteln finanzieren. Ergänzend zu einer unabhängigen Grundfinanzierung könnten jedoch auch alternative Finanzierungsmodelle in Betracht gezogen werden: Neben klassischen Abo-Modellen kämen genossenschaftlich ausgerichtete Ansätze oder innovative Modelle wie etwa „Corporate Profit Sharing“ in Frage.

      • Abo-Modelle: Im Mediensektor oder Onlinehandel werden schon seit längerem Abo-Modelle angeboten. Gegen eine regelmäßige Gebühr erhalten Abonnenten Zugang zu Nachrichten, Streaming von Serien oder Musik und weiteren Vorteilen. Die Mitgliedsbeiträge könnten wesentlich zur laufenden Verbesserung der Services beitragen, bauen jedoch zugleich eine finanzielle Hürde für Nutzerinnen und Nutzer auf und erhöhen so die soziale Ungleichheit beim Zugang zu Gesundheitsinformationen. Die daraus resultierende Einschränkung der Nutzerzahlen würde zudem die Attraktivität der Plattform für Anbieter gesundheitsrelevanter Informationen und Services beeinträchtigen.
      • Genossenschaftsmodelle: Die klassische genossenschaftliche Finanzierung – bekannt von Banken, Wohnungsbau oder dem Agrarsektor – wird zunehmend in moderner Form auf den Gesundheitsbereich übertragen. Das Beispiel der französischen „Welcoop Cooperative“ zeigt, wie sich eine traditionelle Apothekergenossenschaft zu einem digitalen Ökosystem für Patientinnen und Patienten, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie entwickelt hat. Auch für die hier skizzierte nationale Gesundheitsplattform könnte ein solches Modell eine nachhaltige und unabhängige Finanzierungsperspektive schaffen.
      • Innovative Finanzierungsmodelle: Über Markenlizenzen oder „Corporate Profit Sharing“ werden Teile des Gewinns von Unternehmen genutzt, um Initiativen im Gesundheitswesen zu unterstützen. Die Optionen reichen von Investitionen in Forschung und Entwicklung bis zur Förderung von Programmen, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung erleichtern. Im Rahmen der nationalen Gesundheitsplattform könnten die angebundenen Unternehmen einen Teil ihres Gewinns in das Ökosystem reinvestieren. Über die Verwendung bestimmen – abhängig von der Rechtsform der Plattform – der Betreiber und die Unternehmen gemeinsam, um eine Einflussnahme auszuschließen.

      Weiterentwicklungskosten. Der Ausbau eines Ökosystems beinhaltet unter anderem die Bereitstellung zusätzlicher Services und Schnittstellen, um die Plattform für bestehende Nutzerinnen und Nutzer attraktiv zu halten und neue zu gewinnen. Die Finanzierung kann ähnlich gestaltet sein wie bei Aufbau und Betrieb (Stiftung, Genossenschaft), aber auch durch alternative Modelle ergänzt werden. Folgende Varianten sind bereits in der Praxis erprobt:

      • Gemeinnütziger Geschäftsbetrieb: Neben dem Kerngeschäft könnten weitere Geschäftsmodelle realisiert werden, die primär nicht mit der Plattform im Zusammenhang stehen. So könnte die Plattform z. B. ihren Datenzugang nutzen, um Services für Gesundheitsanbieter bereitzustellen und dann aus den Einnahmen die Weiterentwicklung der Plattform zu finanzieren.
      • Entwicklung „on demand“: Auch private Gesundheitsanbieter, die vom Ökosystem durch die Skalierung ihrer Dienste profitieren, können an der Finanzierung des Plattformausbaus beteiligt werden. Auf der Schweizer Gesundheitsplattform „Well“ beispielsweise arbeiten mehrere Ärztenetzwerke mit dem Betreiber an einem Praxis-Check-in und einem Terminbuchungssystem in der Well-App. Um nicht in Wettbewerb mit privatwirtschaftlichen Anbietern zu treten, kann sich die Entwicklungsleistung des Ökosystembetreibers auf die Plattforminfrastruktur (z. B. Schnittstellen) beschränken.
      • Transaktionsbasierte Gebühren: Alternativ ließen sich private Gesundheitsanbieter über die Nutzung ihrer Services an der Finanzierung beteiligen. So könnten sie etwa an den Betreiber des Ökosystems – ähnlich wie bei Reise- und Hotelbuchungsportalen – eine prozentuale Gebühr entrichten, sobald ein Service in Anspruch genommen wird.

      Ein weiterer aus dem E-Commerce bekannter Finanzierungsansatz sind Premium-Modelle, bei dem Nutzerinnen und Nutzer für Services zahlen, die über das Basisangebot hinausgehen. Im Gesundheitswesen allerdings bieten sie sich weniger an, da sie (wie bereits erwähnt) den allgemeinen Zugang zu Gesundheitsinformationen einschränken und so die soziale Ungleichheit verstärken können.

       

      Kreative Lösungen für eine nachhaltige Finanzierung

      Die Vision einer nationalen Gesundheitsplattform, wie sie im Projekt „Trusted Health Ecosystems“ entwickelt wird, verspricht viele Vorteile: Sie hat das Potenzial, die Gesundheitskompetenz zu fördern, personalisierte Versorgungsangebote zu schaffen und in letzter Konsequenz auch Kosten der Gesundheitsversorgung zu senken. Diesen wirtschaftlich durchaus beachtlichen Potenzialen stehen erhebliche finanzielle Herausforderungen gegenüber, denn die Finanzierung eines solchen Ökosystems erfordert nicht nur beträchtliche Investitionen für den Aufbau, sondern auch die Deckung der laufenden Betriebs- und Weiterentwicklungskosten.

      Die Höhe dieser Kosten hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab, die sich erst im Rahmen einer Feinplanung genauer abschätzen lassen (vgl. Erste Gedanken zur technischen Struktur der nationalen Gesundheitsplattform). Die Finanzierung einer nationalen Gesundheitsplattform mit zivilgesellschaftlicher Verankerung bedarf aber in jedem Fall kreativer Lösungen, die den Finanzbedarfen der unterschiedlichen Entwicklungsphasen folgen und der Plattform angemessene finanzielle Spielräume verschaffen.

      Letztlich hängt die Wahl des Finanzierungsmodells von den spezifischen Anforderungen und Zielen der nationalen Gesundheitsplattform ab. Hierzu zählen etwa die Gemeinwohlorientierung, die Unabhängigkeit von Partikularinteressen, Nachhaltigkeit, Transparenz und die Offenheit des Systems. Ein integrativer Ansatz, der verschiedene Finanzierungsquellen miteinander kombiniert, könnte die besten Ergebnisse erzielen und die langfristige Entwicklung und Nachhaltigkeit des Ökosystems gewährleisten.

      Literatur

      Eichler K, et al. (2009). The costs of limited health literacy: a systematic review. International Journal of Public Health 54. 313–324.

      McKinsey & Company (2022). Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die 42-Milliarden-Euro-Chance für Deutschland. URL: https://www.mckinsey.de/news/presse/2022-05-24-42-mrd-euro-chance

      Ministry of Health, State of Israel (2018). The Government has approved a National Program for Promoting the Digital Health Field. URL: https://www.health.gov.il/English/News_and_Events/Spokespersons_Messages/Pages/25032018_2.aspx

      World Health Organization (‎2019)‎. Interview with Jens Spahn, Federal Minister of Health, Germany. Public health panorama 5 (‎2)‎. 163–165. WHO. Regional Office for Europe. URL: https://apps.who.int/iris/handle/10665/327036

      Autoren

      Dr. Sebastian Krolop, MD, PhD, MSc, ist Experte mit 25 Jahren Berufserfahrung als Notarzt, Ökonom, Stratege und Innovator. Seine Spezialgebiete umfassen die Transformation und Finanzierung von digitalen Technologien in internationalen Gesundheitssystemen. Er fungierte als Vorstandsmitglied der HIMSS (Healthcare Information and Management Systems Society, Chicago, IL, USA) und hatte dort die Aufsicht über Bereiche wie Strategy, Operations, Startups und die eigene digitale Ökosystemplattform „accelerate“. Zuvor war er Partner und Industry Leader Life Sciences und Health Care bei Deloitte. Sebastian Krolop ist Autor des jährlichen „Krankenhaus Rating Report“ und hat als Autor und Ko-Autor an über 40 Büchern, Schwerpunkt Finanzierung und Digitalisierung von Gesundheitsökosystemen, mitgewirkt.

      Dr. Marko Queitsch studierte Wirtschaftsingenieurswesen und promovierte zum Thema Unternehmensmanagement. Er forschte als Wirtschaftswissenschaftler zu Fragen digitaler Kommunikation im Gesundheitswesen und entwickelte in der Industrie digitale Gesundheitsportale. Als Head of Business Development konzipiert er für die Weisse Liste gGmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bertelsmann Stiftung, gemeinnützige Geschäfts- und Finanzierungsmodelle. Zudem unterstützt er das Projekt „Trusted Health Ecosystems“ der Bertelsmann Stiftung in den Schwerpunktthemen Betriebs- und Trägermodell sowie Daten- und Softwarearchitektur.

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        Mit den Risiken der Plattformökonomie umgehen

        Transkript

        Intro

        Es zeichnet sich also ab, dass die Risiken im Gesundheitswesen weit größer und vielfältiger sein werden als in anderen, weniger anfälligen Wirtschaftsbereichen wie Social Media und E-Commerce.

        Könnten öffentliche Plattformen eine Lösung sein?

        Ich halte öffentliche Plattformen gerade im Gesundheitswesen für sehr wichtig. Im Gesundheitswesen sind die Daten heute fragmentiert und auf viele unterschiedliche herkömmliche Institutionen verteilt, ähnlich wie im Bankwesen. Schauen wir uns an, was in Indien durch die Schaffung des India Stack geschah: Hier wurde eine öffentliche Infrastruktur geschaffen, die es unterschiedlichen Stakeholdern im gesamten Finanzwesen erlaubt zusammenzuarbeiten.

        Ein ähnlicher Ansatz würde auch im Gesundheitswesen funktionieren, wo die herkömmlichen Institutionen mit neuen Start-ups zusammenarbeiten müssen. Große öffentliche Datennetzwerke könnten einen Mechanismus bieten, um diese Zusammenarbeit zu koordinieren. Deshalb plädiere ich im Gesundheitswesen entschieden für die Schaffung öffentlicher digitaler Infrastrukturen, selbst wenn andere Bereiche ohne sie ausgekommen sind.

        Welche Ziele können durch gesetzliche Regulierung erreicht werden?

        Die möglichen Nachteile der Plattformökonomie können bis zu einem gewissen Grad durch gesetzliche Regulierung vermieden werden. Zurzeit herrschen in der Plattformökonomie Zustände wie im Wilden Westen. Es gibt keine Vorgaben, was mit den gewonnenen Daten geschehen darf. Gesetzgebung spielt dann eine wichtige Rolle, wenn die Konzentration in einem Wirtschaftszweig zu groß wird oder das Individuum zu sehr entmachtet wird.

        Doch genauso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass Gesetze die Innovation nicht ersticken und dass wir einen eigenen Wert als Gegengewicht schaffen und Innovation durch öffentliche Infrastrukturen und Standards fördern, die es den Unternehmen erleichtern, ihre Zusammenarbeit zu koordinieren. Daher ist es wichtig, dass wir hier nicht nur einen regulierungsfördernden Ansatz verfolgen. Wir schaffen ein Gegengewicht zu den Gefahren, indem wir die richtigen Voraussetzungen für Innovation bereitstellen.

        Sollten nationale Gesundheitssysteme mit dem privaten Sektor in Wettbewerb treten?

        Für das Gesundheitsökosystem wäre es kontraproduktiv, wenn nationale Gesundheitssysteme mit Akteuren des privaten Sektors konkurrieren würden. Um Probleme im Gesundheitsökosystem systematisch zu lösen, brauchen wir nationale Gesundheitssysteme, die die richtigen öffentlichen Güter rund um Patientendaten schaffen, aber wir brauchen auch Anreize für privatwirtschaftliche Akteure, gute Diagnosemöglichkeiten zu entwickeln, indem sie diese Daten nutzen.

        Inhalt

        Experte

        Sangeet Paul Choudary ist Autor, Berater und Gründer von Platformation-Labs und setzt sich für individuelle Rechte in der Plattformwirtschaft ein. Sein internationaler Bestseller “Platform Revolution” wurde vom Forbes Magazine zum “Must-Read” erklärt. Er wird unter den besten 10 Strategie-Autoren des Harvard Business Review geführt und wurde von Thinkers50 Radar (2016) und Thinkers50 India (2015) ausgezeichnet. 2017 wurde er für seine Beiträge zur Plattformökonomie 2017 vom Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) zum “Young Global Leader” ernannt.

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            Unsere Vision der nationalen Gesundheitsplattform

            Transkript

            Was wäre, wenn es einen Ort im Internet gäbe, an dem Patientinnen und Patienten die für die eigene Gesundheit relevanten Informationen erhalten, die sie wirklich brauchen? Zum richtigen Zeitpunkt, ohne überhaupt danach zu suchen. Einen Ort, an dem sie vor Desinformation sicher sind, an dem der Schutz persönlicher Gesundheitsdaten respektiert und Datensouveränität groß geschrieben wird.

            Einen solchen Ort haben wir im Projekt “Trusted Health Ecosystems” als Vision einer nationalen Gesundheitsplattform entwickelt. Unsere Vision bündelt Produkte qualitätsgeprüfter Anbieter. Dadurch entstehen passgenau zugeschnittene Informationen. Wir nennen das Patienteninformationspfade. Wir laden Sie nun auf eine Erkundungstour durch einen fiktiven Informationspfad ein.

            Der Login erfolgt mittels der geplanten digitalen Gesundheits-ID. Das vermeidet aufwendige Registrierungsprozesse und schafft maximale Sicherheit bei der Identifikation. Die Benutzeroberfläche eines Informationspfads erinnert an soziale Netzwerke. Man findet sich im Feed also schnell zurecht. Im Zeitverlauf füllt sich dieser Feed aus unterschiedlichen Quellen mit personalisierten Informationen.

            Auf unserer Tour erkunden wir nun den Informationspfad von unserer fiktiven Patientin Katharina Funke. Sie hat Knieschmerzen und erhält von ihrer Hausärztin die Verdachtsdiagnose Kniearthrose. Anders als bei der klassischen Recherche über eine Suchmaschine beginnen Patienteninformationspfade dort, wo Vertrauen entsteht, nämlich in den Behandlungszimmern von Ärztinnen und Ärzten oder anderen Gesundheitsberufen.

            In unserem Beispiel hat die Hausärztin Katharina Funke den Informationspfad Kniearthrose empfohlen und ihr einen Link dazu übermittelt. Katharina Funke erhält zunächst grundlegende Informationen zu ihrer Verdachtsdiagnose, die ihr einen allgemeinen Überblick über die Erkrankung verschaffen. In den folgenden Wochen und Monaten wird Katharina Funke unterschiedliche Instanzen des Gesundheitssystems durchlaufen. Von der Diagnostik beim Facharzt über die Entscheidung für eine Operation im Krankenhaus und die medizinische Rehabilitation bis hin zur beruflichen Wiedereingliederung.

            Ihr persönlicher Feed versorgt Katharina Funke immer mit den passenden Informationen zu ihrer Erkrankung, zum Versorgungssystem, zu Behandlungsalternativen und zu sozialrechtlichen Fragestellungen. Um den Feed individuell zuschneiden zu können, nutzt das System nach erfolgter Freigabe durch die Patientin oder den Patienten externe Datenquellen, wie die elektronische Patientenakte oder Gesundheits-Apps. Diese Daten liefern wichtige Hinweise zum aktuellen Bedarf. So werden relevante Informationen immer dann angeboten, wenn sie wirklich gebraucht werden. Information und Aufklärung sind dann kein punktuelles Ereignis mehr, sondern folgen einem Prozess.

            Daher gleicht kein Informationspfad dem anderen. Die Inhalte folgen dynamisch dem individuellen Bedarf. Und das System bietet auch Informationen an, nach denen Nutzerinnen und Nutzer vielleicht gar nicht gesucht hätten. Wer zum Beispiel Krankengeld bezieht, sollte die damit verbundenen Pflichten kennen, um diesen Anspruch nicht zu verlieren. Sofern die Plattform über Kontextinformationen zur Krankschreibung verfügt, können solche Hinweise rechtzeitig angeboten werden.

            Und das System kann noch mehr. Sobald ein neues Medikament verordnet wird, erscheint im Feed die passende Information zum Arzneimittel in Echtzeit. Vorausgesetzt Katharina Funke ist damit einverstanden. Außerdem bietet der Informationsfad immer auch passende digitale Services an. Wer den Hinweis zu einem neuen Arzneimittel erhält, kann im nächsten Schritt das digitale Rezept gleich einlösen. Des Weiteren informiert der Feed Katharina Funke über unterschiedliche Behandlungsoptionen und empfiehlt ihr parallel dazu digitale Zweitmeinungs-Services.

            So hilft ihr die Plattform, neu erworbenes Wissen umzusetzen oder in Entscheidungen einfließen zu lassen.

            Für die Komposition des individuellen Angebots greift das System auf die Informationen und Services von einer Vielzahl zertifizierter Anbieter zurück. Dazu zählen öffentliche Institutionen und gemeinnützige Organisationen ebenso wie kommerzielle Unternehmen. Das eröffnet den Nutzerinnen und Nutzern eine breite Auswahl passender Angebote und erschließt die Innovationskraft der gesamten Gesundheitsbranche. Falls mehrere Angebote infrage kommen, wird das Angebot angezeigt, das die beste Bewertung durch die Nutzer-Community erhalten hat. Über eine Schubladenfunktion lassen sich die übrigen Angebote jederzeit einsehen und auswählen.

            So oder so ähnlich könnte eine nationale Gesundheitsplattform aussehen, die wirklich einen Unterschied macht. Für Patientinnen und Patienten und für das gesamte Gesundheitswesen.

            Für die Realisierung einer solchen Plattform bedarf es natürlich einer rechtlichen Grundlage. Und es setzt die enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure voraus.

            Mit unserer Produktvision möchten wir all diejenigen inspirieren, die an der Entwicklung einer nationalen Plattformstrategie mitwirken möchten.

            Was wäre, wenn öffentliche Institutionen, Gesundheitsberufe, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in einem digitalen Ökosystem zusammenarbeiten?

            Was wäre, wenn wir die Informationsarchitektur im Gesundheitswesen grundlegend verändern?

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            Entdecken statt suchen: Prototyp für eine nationale Gesundheitsplattform

            Der Kernservice der hier skizzierten nationalen Gesundheitsplattform besteht darin, personalisierte Informationspfade bereitzustellen, die dem sich wandelnden Informationsbedarf folgen und den Umgang mit Gesundheitsinformationen erheblich erleichtern könnten. Um unsere Idee zu illustrieren, haben wir ein prototypisches Design entwickelt, das zeigt, wie die nationale Gesundheitsplattform einmal aussehen könnte. Patientinnen und Patienten nutzen immer häufiger das Internet, um sich jenseits des traditionellen Gesundheitssystems zu informieren. Dabei greifen sie bislang vor allem auf die großen Suchmaschinen zurück.

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            Ohne Kontext ist alles nichts

            Wer ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt, muss meist viele Fragen zur Krankengeschichte beantworten. Ärztinnen und Ärzte stellen diese Fragen, um die Zahl der möglichen Diagnosen einzugrenzen. Diese sogenannte Anamnese ist ein fester Bestandteil der ärztlichen Diagnostik und die darin enthaltenen Kontextinformationen helfen, im nächsten Schritt die passende Behandlung zu finden. So lassen Kontextinformationen in den unterschiedlichsten Bereichen unseres Lebens Nutzen entstehen.

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            Informationsvermittlung als Prozess begreifen

            Viele Anbieter von Gesundheitsinformationen verfolgen gute Absichten. Sie möchten das Gesundheitsverhalten ihrer Adressaten positiv beeinflussen, Hilfestellung bei der Krankheitsbewältigung leisten oder Behandlungsentscheidungen unterstützen. Im digitalen Zeitalter verfehlen viele dieser Informationen jedoch das Nadelöhr der Aufmerksamkeit und verhallen wirkungslos in der ständig wachsenden Informationsflut.

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              Die Kraft der Plattformökonomie im Gesundheitswesen

              Transkript

              Intro

              Im Gesundheitssystem könnte die Plattformwirtschaft diagnostische Kompetenz bündeln und im Wesentlichen den Behandlungsweg des Patienten und den Zugang von Ärzten zu diesem Behandlungsweg auf Grundlage dieser Daten überwachen.

              Was unterscheidet die Plattformwirtschaft von herkömmlichen Geschäftsmodellen?

               Plattformwirtschaft bezeichnet die Gesamtheit der sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten, die durch digitale Plattformen ermöglicht werden. Digitale Plattformen unterscheiden sich von herkömmlichen Geschäftsmodellen. Herkömmliche Geschäftsmodelle beschreibe ich gern als Pipelines. Hier wird ein Produkt erzeugt, transportiert und dem Endnutzer zur Verfügung gestellt. Digitale Plattformen schaffen eine Infrastruktur, die es externen Akteuren erlaubt, in Kontakt zu treten und miteinander Wert zu schaffen und auszutauschen.

              Dies ist aus folgendem Grund wichtig: In einer herkömmlichen Pipelinewirtschaft waren Ihre Möglichkeiten, Wert zu schöpfen, begrenzt durch Ihren Zugang zu Ressourcen und durch das Arbeitskräftepotential in Ihrem Betrieb. In der Plattformwirtschaft hängt ihre Kapazität für Wertschöpfung nicht von den Ressourcen innerhalb Ihres Unternehmens ab, sondern von Ihrer Fähigkeit, externe Ressourcen für Ihre Ziele einzusetzen. Dadurch profitieren Sie von dem, was als nachfrageseitige Skaleneffekte bezeichnet wird.

              Wie kann das Gesundheitswesen von der Plattformwirtschaft profitieren?

              Kaum ein anderer Bereich ist so prädestiniert, von der Plattformwirtschaft zu profitieren. Um das zu verstehen, müssen wir die Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen betrachten. Es gibt drei Positionen, an denen Plattformen zur Wertschöpfung beitragen können. Für Ärzte können sie die Diagnosemöglichkeiten verbessern. Sie können eine Infrastruktur bieten, die es Ärzten erlaubt, genauer zu diagnostizieren und besser zu operieren. Eine andere Chance für Wertschöpfung ist näher bei den Patienten angesiedelt: Plattformen können als Depot für Patientendaten dienen und sie zusammenführen. Zwischen diesen beiden Polen können Plattformen eine wichtige integrierende Rolle spielen, indem sie die immer zahlreicher werdenden APIs für das Gesundheitssystem im gesamten Ökosystem auffinden und zugänglich machen.

              Welche Gefahren bestehen, wenn Plattformen in den Gesundheitsmarkt eintreten?

              Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Nutzung von Plattformen im Gesundheitssystem zu den gleichen Datenmonopolen führen könnte wie in anderen Sektoren. Der Grund hierfür ist, dass Plattformen Mehrwert erzeugen, indem sie Daten erheben und ein Kontrollmonopol über große Datenmengen errichten. Im Gesundheitswesen ist dies noch bedeutsamer, da hier ein großer Teil der Wertschöpfung durch datengestützte Diagnose und datengestützte Behandlung erzielt wird. Es gibt also vielfältige Anreize für Plattformen, Daten zu erfassen und große Datenmonopole zu schaffen, wenn sie ins Gesundheitswesen eintreten.

              Als Gegengewicht zu diesen Risiken müssen wir einerseits geeignete Richtlinien und Kontrollinstanzen schaffen. Noch wichtiger ist andererseits, dass die Alternativen, z.B. öffentliche Infrastrukturen, so gestaltet werden, dass die Regulierung nicht zum Hindernis für Innovation wird. Um ein Gegengewicht zu digitalen Plattformen zu schaffen, brauchen wir also eine Kombination dieser beiden Herangehensweisen.

              Wer wird zukünftig die Steuerung der Patientenströme übernehmen.

              Wer wird zukünftig die Steuerung der Patientenströme übernehmen?

              Mir erscheint es sehr wahrscheinlich, dass die Patientenströme der Zukunft nicht mehr von den traditionellen Institutionen des Gesundheitswesens kontrolliert werden. Während die Welt sich immer stärker vernetzt, müssen wir feststellen, wie fragmentiert das Gesundheitswesen derzeit ist. Die Patientendaten werden in fragmentierter Form von verschiedenen Institutionen aufbewahrt. Die zunehmende Vernetzung in der Welt führt natürlich dazu, dass auch Patientendaten konzentriert und gemeinsam genutzt werden. Gegenwärtig stehen wir vor der Wahl, ob große, multinationale Unternehmen oder öffentliche digitale Infrastrukturen den Austausch von Daten und ihre gemeinsame Nutzung durch unterschiedliche Systeme ermöglichen.

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              Experte

              Sangeet Paul Choudary ist Autor, Berater und Gründer von Platformation-Labs und setzt sich für individuelle Rechte in der Plattformwirtschaft ein. Sein internationaler Bestseller “Platform Revolution” wurde vom Forbes Magazine zum “Must-Read” erklärt. Er wird unter den besten 10 Strategie-Autoren des Harvard Business Review geführt und wurde von Thinkers50 Radar (2016) und Thinkers50 India (2015) ausgezeichnet. 2017 wurde er für seine Beiträge zur Plattformökonomie 2017 vom Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) zum “Young Global Leader” ernannt.

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                Rechtliche Rahmenbedingungen -Trägerschaft und Rechtsform

                Transkript

                Intro

                Grundsätzlich ist es zwar möglich für den Aufbau und die Weiterentwicklung der nationalen Gesundheitsplattform auf einer bereits bestehenden rechtlichen Struktur aufzusetzen. Allerdings sprechen der innovative Charakter und die vielgestaltigen Aufgaben eher dafür, eine beziehungsweise vielleicht sogar mehrere neue Rechtsformen zu schaffen.

                Was ist bei der Auswahl der richtigen Rechtsform zu beachten?

                Bei der Auswahl der Rechtsform der Nationalen Gesundheitsplattform ist es wichtig zu berücksichtigen, welche Eigenschaften die Plattform ausweisen soll. Denn das Gesellschaftsrecht bietet ganz grundsätzlich unterschiedlichste Rechtsformen an, die jeweils mit bestimmten Vor- und Nachteilen verbunden sind. Wichtig dürfte es in jedem Fall sein, dass die Plattform handlungsfähig ist. Deshalb sollte lediglich eine Rechtsform gewählt werden, die eine eigene Rechtspersönlichkeit hat, also selbst Träger von Rechten und Pflichten sein kann.

                Dann dürfte es dem Leitbild der Plattform entsprechen, dass diese gemeinwohlorientiert ist, also im Gegensatz zu rein gewinnwirtschaftlich orientierten Vorgaben. Auch hier gibt es Rechtsformen, die diesem Leitbild eher oder weniger verpflichtet sind.

                Und schließlich, dies dürfte der wichtigste Aspekt sein, dürfte nur eine Rechtsform infrage kommen für das Vorhaben, die eine gewisse Flexibilität vermittelt. Denn voraussichtlich wird die Plattform künftig Aufgaben wahrnehmen sollen, die zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung noch nicht fixiert sind. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass eine Rechtsform gewählt wird, unter der private wie auch staatliche Akteure zusammenwirken können.

                Welche Organisation könnte die Trägerschaft übernehmen?

                Grundsätzlich ist es zwar möglich, für den Aufbau und die Weiterentwicklung der Nationalen Gesundheitsplattform auf einer bereits bestehenden rechtlichen Struktur aufzusetzen. Allerdings sprechen der innovative Charakter und die vielgestaltigen Aufgaben, die die Plattform künftig voraussichtlich wahrnehmen soll, eher dafür, eine bzw. vielleicht sogar mehrere neue Rechtsformen zu schaffen.

                Was sind die Vor- und Nachteile einer privatrechtlichen gegenüber einer öffentlich-rechtlichen Trägerschaft?

                Öffentlich-rechtliche Rechtsformen stehen prinzipiell nur staatlichen Stellen zur Verfügung. Das heißt, nicht jedermann kann eine solche Rechtsform wählen, sondern nur Stellen, die Teil des Staates sind, auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene. Öffentliche Rechtsformen genießen zwar bestimmte Privilegien, zum Beispiel hinsichtlich ihrer Finanzierung oder ihren Entscheidungsfindungsprozessen.

                Andererseits gehen mit diesen Privilegien auch gewisse Kehrseiten einher. Insbesondere sind diese Rechtsformen tendenziell weniger flexibel bzw. wandlungsfähig. Dies bedeutet konkret, dass wenn solche Vorhaben neue Aufgaben wahrnehmen, dies tendenziell auch erfordert, dass ihre gesetzliche Grundlage angepasst wird. Außerdem können öffentlich-rechtliche und private Akteure nicht ohne weiteres gemeinsam unter dem Dach öffentlich-rechtlicher Rechtsformen zusammenarbeiten.

                Welche Empfehlungen ergeben sich daraus für den Organisationsrahmen einer nationalen Gesundheitsplattform?

                Bei dem Organisationsrahmen für die nationale Gesundheitsplattform sollte eine Rechtsform gewählt werden, die handlungsfähig ist, also eine eigene Rechtspersönlichkeit aufweist. Öffentlich-rechtliche Rechtsformen scheinen für die Plattform weniger geeignet zu sein. Vorzugswürdig erscheinen hier eher privatwirtschaftliche Rechtsformen mit eigener Rechtspersönlichkeit. Es ist auch denkbar, unterschiedliche Aufgaben bzw. Geschäftsfelder der nationalen Gesundheitsplattform durch unterschiedliche Gesellschaften wahrnehmen zu lassen, die dann jeweils auch unterschiedliche Rechtsformen haben können. Diese Gesellschaften können dann wiederum unter einem gemeinsamen Dach einer Holding zusammengeführt werden.

                Disclaimer

                Die in dem Interview getroffenen Aussagen beziehen sich ausschließlich auf die Rechtslage in Deutschland. Sie stellen einen Leitfaden und gerade keine individuelle Rechtsberatung dar, die über das Projekt Trusted Health Ecosystems hinausgeht.

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                Expertin

                Prof. Dr. Laura Schulte arbeitete während ihrer Promotion an einem Lehrstuhl für Verfassungsrecht als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sie promovierte zu einem datenschutzrechtlichen Thema und forschte hierzu unter anderem auch an der Queen Mary School of Law in London. Von 2020 bis 2023 war sie als Rechtsanwältin in der Kanzlei BRANDI-Rechtsanwälte am Standort Bielefeld und dort im Fachbereich IT- und Datenschutzrecht tätig. Seit August 2023 ist sie Professorin für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Bielefeld.

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                Trägerschaft: Staatlich oder privat organisiert?

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                  Rechtliche Rahmenbedingungen – Staatliches Informationshandeln

                  Transkript

                  Intro

                  Wenn man jetzt die nationale Gesundheitsplattform als zentrale Drehscheibe versteht und bei diesem Projekt staatliche Akteure mitwirken sollen, müssen auch die für staatliche Akteure geltenden rechtlichen Voraussetzungen eingehalten werden.

                  Was ist staatliches Informationshandeln und was hat das mit der Idee einer nationalen Gesundheitsplattform zu tun?

                  Als staatliches Informationshandeln kann man erstmal jede Form der Kommunikation von Informationen durch staatliche Akteure betrachten. Das sind zum Beispiel die Aufklärung über bestimmte Sachverhalte wie bestimmte Krankheitsbilder oder auch die Empfehlung bestimmter Verhaltensweisen etwa 10.000 Schritte am Tag zu gehen, aber auch die Warnung vor bestimmten Produkten, etwa die Einnahme bestimmter Medizinprodukte. Und dabei ist es erstmal egal von welcher staatlichen Stelle die Information ausgeht, das heißt etwa von einem Bundesministerium oder von Landesparlamenten oder aber durch eine kommunale Einrichtung.

                  Warum unterliegt staatliches Informationshandeln besonderen rechtlichen Anforderungen?

                  Staatliches Informationshandeln unterliegt deshalb besonderen rechtlichen Anforderungen, weil staatliche Stellen in der Regel bei ihrer Informationstätigkeit auf ganz andere Ressourcen zurückgreifen können als privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen dies können. Insbesondere genießen staatliche Stellen bei ihrer Informationstätigkeit in der Regel eine große öffentliche Aufmerksamkeit und auch eine gewisse Autorität beziehungsweise das Vertrauen von Patientinnen.

                  Das bedeutet konkret, dass wenn etwa ein Bundesministerium vor dem Einsatz eines Medizinproduktes warnt, dies faktisch oftmals dem Verbot des Produktes gleich kommt, denn Bürgerinnen werden dies in der Zukunft voraussichtlich nicht mehr kaufen, wenn vor dem Produkt gewarnt wurde durch staatliche Stellen. Dies bedeutet, staatliches Informationshandeln kann faktisch extreme Einflüsse auf Marktgeschehnisse nehmen. Insbesondere kann staatliches Informationshandeln damit das Grundrecht auf Berufsfreiheit anderer Anbieter digitaler Gesundheitsangebote beeinflussen.

                  Welche Empfehlungen lassen sich daraus für die Trägerschaft einer nationalen Plattform ableiten?

                  Wenn und soweit staatliche Akteure an der nationalen Gesundheitsplattform partizipieren sollen, sind natürlich auch die für diese Stellen geltenden rechtlichen Anforderungen einzuhalten. Diese sind verhältnismäßig hoch. In der Regel wird es hierfür einer gesetzlichen Grundlage bedürfen. Selbst wenn Produktwarnungen gar nicht im Fokus des Projektes stehen, liegt es nahe, dass die Grundrechte von Anbietern digitaler Gesundheitsangebote durch ein solches Vorhaben beeinträchtigt werden könnten.

                  Dies legt eine staatsferne Trägerschaft für die nationale Gesundheitsplattform nahe, beziehungsweise ein strukturoffenes Trägermodell in zivilgesellschaftlicher Verantwortung. Und dabei wäre nicht mal eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln ausgeschlossen, denn eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch das gewählte Trägermodell ein öffentlich-rechtliches sein muss.

                  Disclaimer

                  Die in dem Interview getroffenen Aussagen beziehen sich ausschließlich auf die Rechtslage in Deutschland. Sie stellen einen Leitfaden und gerade keine individuelle Rechtsberatung dar, die über das Projekt Trusted Health Ecosystems hinausgeht.

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                  Prof. Dr. Laura Schulte arbeitete während ihrer Promotion an einem Lehrstuhl für Verfassungsrecht als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sie promovierte zu einem datenschutzrechtlichen Thema und forschte hierzu unter anderem auch an der Queen Mary School of Law in London. Von 2020 bis 2023 war sie als Rechtsanwältin in der Kanzlei BRANDI-Rechtsanwälte am Standort Bielefeld und dort im Fachbereich IT- und Datenschutzrecht tätig. Seit August 2023 ist sie Professorin für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Bielefeld.

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                    Die Rolle nationaler Gesundheitssysteme in Zeiten der digitalen Transformation​

                    Transkript

                    Intro

                    Die Digitalisierung schafft wesentliche Voraussetzungen für effiziente, leistungsfähige Gesundheitssysteme. Die Aufgabe einer nationalen Gesundheitsplattform ist es, Spielregeln für diesen Prozess festzulegen.

                    Kann die Digitalisierung im Gesundheitsbereich nationale Gesundheitssysteme verbessern, und welche Funktion können digitale Ökosysteme dabei übernehmen?

                    Die WHO setzt hohe Erwartungen in die Digitalisierung als Katalysator, der dazu beitragen wird, Gesundheitssysteme zu stärken. Viele Gesundheitssysteme stehen vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen ehrgeizige Ziele zu erreichen. Und ohne Werkzeuge wie digitale Plattformen, die die Verteilung dieser begrenzten Mittel optimieren und dafür sorgen, dass Dienstleistungen diejenigen rechtzeitig erreichen, die sie am meisten brauchen, werden Ressourcen verschwendet. Deshalb ist die Digitalisierung ein Schlüssel für die Entwicklung effizienter, leistungsfähiger Gesundheitssysteme.

                    Wie sollten nationale Gesundheitssysteme die digitale Transformation gestalten?

                    Es kommt entscheidend darauf an, dass die digitale Transformation nicht chaotisch verläuft. Während der vergangenen beiden Jahrzehnte wurden Milliarden Dollar unkoordiniert ausgegeben und erzielten deshalb weder die erhoffte Wirkung noch die gewünschte Reichweite. Nationale Gesundheitssysteme und Regierungen brauchen daher klare Zielvorstellungen für ihre Länder und Modelle oder Pläne dafür, wie die Transformation geschehen soll. Existiert ein solcher Plan, eine Struktur, dann gibt es auch Spielräume für viele Akteure, die dazu beitragen können, die Ziele zu erreichen.

                    Wie bedeutsam sind Qualität, Wahrheit und Vertrauen bei der Entwicklung digitaler Gesundheitslandschaften?

                    Das sind drei sehr wichtige Worte, Qualität, Wahrheit und Vertrauen. Qualität bedeutet, dass der Inhalt und die grundlegenden Standards dieser Systeme allerhöchsten Kriterien genügen. Dies zu gewährleisten ist Aufgabe von Organisation wie der Weltgesundheitsorganisation. Wahrheit und Vertrauen wurden im Verlauf der letzten zehn Jahre untergraben, weil Fehlinformationen, absichtliche Desinformation, Fake News u.ä. sich verbreitet haben. Deshalb kommt es ganz wesentlich darauf an, dass wir Werkzeuge wie die Digitalisierung der Gesundheitssysteme einsetzen, um den Zugang zu wahrer, vertrauenswürdiger Information zu sichern, von der die Menschen bei Entscheidungen in Gesundheitsfragen ausgehen können.

                    Wie können nationale Gesundheitssysteme Datenmonopole und den Verlust der Kontrolle verhindern?

                    Die nationalen Gesundheitssysteme und Regierungen tragen in hohem Maß Verantwortung dafür, die Datenhoheit und Privatsphäre der Menschen zu schützen. Die Datenhoheit und die Entscheidungen über die Datennutzung müssen immer in der Hand des Individuums bleiben, von dem die Daten stammen. In großen Systemen ist es jedoch wichtig, dass die Regierungen Regeln vorgeben und die Grenzen abstecken, innerhalb derer der Tech-Sektor und andere Partner aus der Industrie und dem Privatsektor so agieren können, dass sie die Ziele des öffentlichen Gesundheitssystems unterstützen.

                    Welche Aufgaben könnte eine nationale Gesundheitsplattform in der personalisierten und am Menschen orientierten Gesundheitsversorgung der Zukunft übernehmen?

                    Eine nationale Gesundheitsplattform legt die Spielregeln fest. Sie steckt die Grenzen ab, schafft Leitplanken, innerhalb derer all die verschiedenen Akteure zusammenwirken können. Indem wir eine Vision, eine Struktur und Standards vorgeben, schaffen wir die Grundlage für viele verschiedene Lösungen und Innovationen, die nicht als einzelne Neuerungen, sondern erst als Teil eines Systems ihre volle Wirkung entfalten. Und wir sorgen dafür, dass der Patient, das Individuum, immer im Mittelpunkt all der verschiedenen Bestrebungen steht.

                    Inhalt

                    Dr. Alain Labrique ist Direktor des Departments für Digitale Gesundheit und Innovation bei der Weltgesundheitsorganisation. Er ist der Gründungsdirektor der Global mHealth Initiative der Johns Hopkins University und Chefredakteur des Oxford Open Digital Health Journals. Bis September 2022 war der Epidemiologe für Infektionskrankheiten und Bevölkerungswissenschaftler Professor an der Bloomberg School of Public Health der Johns Hopkins University. Labrique war federführender Autor der Bellagio Declaration on mHealth Evidence von 2012 und hat über 150 Veröffentlichungen in hochrangigen Fachzeitschriften sowie viele Buchkapitel und technische Berichte zu Digitaler Gesundheit verfasst.

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